Zufällig ökologisch

Zufällig ökologisch

Mein Bezug zu Blumen ist, sagen wir mal, schwierig. Geschnittenem Zeug gehe komplett aus dem Weg, ich verschenke nicht mal Blumen. Ja, manche Menschen würden sich darüber freuen, wenn sie einen Strauß geschenkt bekommen. Zum Glück für mich freut sich meine Frau genauso wie ich, wenn es Strauß gibt — gut gebraten und angerichtet.

Was den Rest angeht, muss man nicht gleich den Kopf in den Sand beziehungsweise Erde stecken (auf die komme ich gleich noch mal zu sprechen). Zimmerpflanzen gibt es auch in der Edition „Pflege leicht“ und es müssen nicht mal Kakteen sein — wobei Könner selbst die Zugrunde richten können.

cocoparisienne / Pixabay

Die Pflanzen in meiner ersten eigenen Wohnung waren Hydrokulturen. Ziemlich pflegeleicht für jemanden wie mich. Wasser gab es wenn es angezeigt wurde, ab und an ein paar Leckerlies, also Nährstoffe. Sie hielten sich erstaunlich für meine Verhältnisse, sogar Erfrierungen verzieh mir der Ficus. Allerdings war das eine Pflanze mit gefühlten sieben Leben. Mehrfach gaben wir ihn auf. Komplett kahl, kein einziges Blatt und er rappelte sich wieder auf. Erst in der letzten Wohnung in Bielefeld ging er leider von uns.

Mit meiner Frau zusammen hatten auch Pflanzen in echter Erde Einzug in die Wohnung. Von uns beiden hat sie auf jeden Fall das bessere Händchen, oder wenn man so will, den grünen Daumen.

Zusammen mit Blumenerde und Pflanzen holt man sich mitunter aber auch Dinge in die Wohnung, die man eher weniger haben will. Kleine Fliegen zum Beispiel. Aktuell sind bei uns im Wohnzimmer davon drei Pflanzen befallen. Pflanzen, denen es ansonsten recht gut geht. Nur mit Schimmel auf der Erde haben wir häufiger Probleme.

Im vergangene Sommer führte das zu einer Umtopfaktion meiner Frau (für die Pflanzen, versteht sich). Da wir noch etwas „Erde“ vom Balkon übrig hatten, nahm sie diese. Es war, daher auch die Anführungszeichen, keine echte Blumenerde. Sondern Kokoserde. Diese hat für uns autofreie Menschen den Vorteil, ziemlich kompakt zu sein. Einfach Wasser dazu und man erhält aus einem kleinen Block eine große Portion für die Pflanzen.

Den Pflanzen im Wohnzimmer, die seit dem in Kokoserde stecken, geht es ziemlich gut. Vor allem kein Schimmel, keine kleine Tiere. Also bestellt ich zur Notversorgung der befallenen Pflanzen im Internet einen großen Vorrat an Kokoserde. Ohne mir erstmal dabei etwas zu denken.

Wie das ebene so ist, man kann nicht nicht lesen — Information die sich auf etwas befinden, was man gerade anstarrt, gelangen auf jeden Fall ins Gehirn. Manchmal lösen sie sogar etwas aus, wie in meinem Fall. Mir wurde nämlich bewusst, was Kokoserde noch auszeichnet. Damit sind wir dann bei der heutigen Überschrift. Gedanken über Blumenerde hatte ich mir so richtig noch nie gemacht. Blumenerde ist Erde, zumindest für mich, daher wusste ich auch bisher nicht, was tatsächlich alles in normaler Blumenerde enthalten ist. Torf zum Beispiel. Und der ist, sagen wir mal, politisch wenig korrekt. Torf ist nachwachsender Rohstoff wie Kokos. Selbst die Torfindustrie bestreitet nicht, dass es sich bei Torf um eine knappe Resource handelt.Durch den Abbau von Torf verschwinden die Moore und Landschaften. Damit auch einmalige Gebiete für seltene Arten. Einen Einblick in das Thema und Ratschläge für Einkauf findet man bei BUND an dieser Stelle.

Wie beschrieben, mein Einstieg in das Thema Torf war wirklich zufällig. Was mir, als Laie, an Kokoserde gefällt, ist neben dem ökologischen Aspekt die Auswirkung auf die Pflanzen in der Wohnung. Ihnen geht es in der Kokoserde sichtbar gut, mit Schimmel und anderen Dingen gibt es keine Probleme mehr. Schön, wenn man Eigennutz mit ökologischem Verhalten kombinieren kann.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren