Cosmonautica

Cosmonautica

Spiele, bei denen man mit Gütern handelt, mag ich sowohl als Brett- als auch als Computerspiele. Wenn es dann noch durch den Weltraum fliegt, finde ich das besonders anziehend. Zurück geht das wohl auf die alten C64-Tage, als ich ganz angefixt war vom (sau schweren) Elite. Gelungen fand ich die Wiedergeburt des Spielprinzips als Galaxy on Fire (Teil I und II) für iOS — den indirekten Nachfolger mit seine In-App-Käufen fand ich dagegen ziemlich enttäuschend.

Als Spieler zwischen den Welten ist man immer wieder auf der Suche nach dem perfekten Spiel, wohl ahnend, dass es diese nie geben wird. Aber es reicht ja schon aus, wenn man einige Stunden gut unterhalten wird. Unter iOS kommt zudem noch das Free-to-Play Prinzip hinzu, so dass man eigentlich schon dankbar ist, wenn mal ein Vollpreisspiel erscheint, für welches man gerne zur Kreditkarte greift.

Raumschiff, wörtlich genommen
Raumschiff, wörtlich genommen

Etwas unter dem Radar näherte sich diese Woche Cosmonautica dem Planeten Terra. Das Spiel lässt sich am ehesten als eine Kreuzung zwischen den Sims und Galaxy on Fire charakterisieren. Es entfällt die direkte Steuerung seines Raumschiffs, dafür muss man sich dann um das Wohl und Weh seiner Besatzung kümmern. Bis auf ein paar kleiner Stellen ist das Spiel komplett ins Deutsche lokalisiert worden (was nicht wundert, denn der Hersteller, Chasing Carrots KG, hat seinen Sitz in Stuttgart), was dankenswerter Weise auch bei Humor gelungen ist. Und von dem gibt es reichlich. Entdecken lassen sich am Rande auch viele Kleinigkeiten, wie ein Windows-Bluescreen bei einer Werbetafeln in einer Weltraumstation. Oder man hat als eine Antwortmöglichkeit, nach dem ein Besatzungsmitglied ausgeraubt wurde: „Ruf besser Saul an“
Allein dafür habe ich die Entwickler schon ins Herz geschlossen.

In der aller ersten Mission im Story Modus trifft man im Übrigen auf einen exzentrischen Kunstliebhaber, für den man ein dreidimensionale Karbonit-Skulbtur verschiffen muss.

Sicher wirklich glatt geschliffen wirkt das Spiel nicht, eher wie ein roher Edelstein. Aber als solcher sorgt er auf jeden Fall für Kurzweil.

Mit meine Raumschiff bin ich nach gut zwei Stunden Spielzeit immer noch ziemlich am Anfang (die Crew will besser bezahlt werden, wenn sie an Erfahrung gewinnt…). Wie die Story weiter verlaufen wird, kann ich daher nicht beurteilen. Die Entwickler haben aber bereits vorgesorgt für den Fall, dass ich das Ende erreiche. Dann wartet ein zufällig generierte Sandbox Universum auf mich, in dem ich weiter Handel treiben kann. Oder Raumschiffe überfalle.

Fazit: Cosmonautica ist auf jeden Fall einen Kauf wert. Man unterstützt dadurch sowohl heimische Entwickler als auch Programmierer, die noch nicht dem Free-to-Play Goldrausch verfallen sind. Und ehrlich, ein Kinobesuch ist teurer als knapp 7 Euro für das Spiel.

Cosmonautica
Cosmonautica
Entwickler: Chasing Carrots
Preis: 4,49 €

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren