5 Meter Kölsch

5 Meter Kölsch

In Bezug auf die Bier-Kultur ist Köln ein Wunderland. Hier kann man nicht nur Bier Meterweise ordern, sondern auch noch in ganz anderen Dareichungsformen – klassisch ist ja eher das 0,2 Liter Reagenzglas (Kenner wissen: das sorgt für frisches Bier).

In manchen Brauhäusern kann man als Gruppe auch ein Pittermännchen zum selber zapfen auf den Tisch gestellt bekommen. Das alles habe ich bereits gesehen, aber wie heisst es so schön, man lernt nie aus. Gestern, beim Ironblogger Treffen in der Schreckenskammer sah ich zum ersten Mal 5 Liter Kölsch als Stange.

Das obere Ende
Das obere Ende

Wobei, es war nicht einfach nur sehen, denn die Stange wurde auf unseren Tisch gestellt, auch noch in meine Reichweite. Ein klein wenig erinnert das ans Schlaraffenland, nur das im Brauhaus nicht Milch und Honig flossen, sondern Kölsch. Mir persönlich gefällt das auch wesentlich besser und ist zu dem für Menschen mit Laktoseintolleranz (eingebildet / real) wesentlich verträglicher.

Etwa zur Hälfte des Abends habe ich aufgehört mitzuzählen – in Bezug auf meine nachgefüllten Kölschgläser als auch was die nachgelieferten Stangen angeht, denn 5 Liter sind verdammt schnell weg. Mir ist leider auch entgangen, ob wir den Nachbartisch schlagen konnten. Zumindest hatte unsere Gruppe das beste Sitzfleisch, wir wurden quasi rausgekehrt.

Der für unseren Tisch zuständige Köbes war wie gewohnt ruppig-charmant, das Essen wie beim letzten Mal durchwachsen. Der Koch ist immer noch scher verliebt. Spargel, so Mutmaßungen, wird eigens frisch geerntet, sofern sich ein Gast auf diesen Teil der Speisekarte verirren sollte und Wege abseits von Schnitzeln und kölschen Spezialitäten beschreitet. Kenner wissen, das Kölsche Kaviar Blutwurst mit Roggenbrötchen und ein Hämchen kein Hähnchen, sondern die Vorderhaxe des Schweins mit dicker Speckschwarte ist.

Schaurig wurde es in der Schreckenskammer nur, als am Nachbartisch lautstark mir unbekannte Schlagerlieder geschmettert wurden. Schlagfertig kommentierte Thomas Brühl das mit dem Spruch des Abends: „Herr Ober, andere Gäste bitte!“
Zum Glück hat der Köbes das nicht gehört.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren