Trampelpfade

In der Mathematik ist die Gerade die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. In der anderen Realität kommt es darauf an, was neben P1 und P2 zusätzlich liegt. Die Grade mag ja schön und gut sein, aber die Erfahrungen zeigen, dass es n zusätzliche Punkte gibt. Und damit entsprechend viele Graden.

Städteplaner kennen sich offensichtlich weder mit Mathematik noch mit der menschlichen Psyche aus. Die meisten Menschen sind Wegoptimierer. Sie suchen sich grundsätzlich die Gerade, die sie zu P2 führt, unabhängig davon wo ihr Ausgangspunkt liegt. Das Ergebnis sieht man dann im Beispielfoto.

trampelpfad-09-2013

Es entstehen Trampelpfade. Je mehre Menschen den gleichen Ausgangspunkt haben, desto ausgeprägter wird der Pfad. Ihren Bedürfnissen folgend, nehmen die Nutzer der Trampelpfad selten Rücksicht auf landschaftliche Gegebenheit. So wird aus einem Rasen ein staubiges Stück Erde – bei Regen nimmt das ganze dann besonders hässliche Formen an. Trampelpfade zerstören Natur, könnte man behaupten. Die Art der Landschaftsgestaltung ist in der Regel unerwünscht.

Schuld daran ist aber nicht der Menschen und seine Neigung, einen möglichst effizienten Weg für sich zu wählen, sondern gerade im urbanen Bereich diejenigen, die ursprünglichen Strecken angelegt haben.

Auf dem Foto sieht man keine Seltenheit. Es gibt drei Punkte, die zu P2 führen. Die jeweilige Gerade stellt die kürzeste Verbindung vom entsprechenden Ausgangspunkt da. So was könnte man bei der Planung berücksichtigen. Statt nur einen Weg anzulegen, der zu P2 führt, währen drei besser gewesen und hätte die Entstehung der Trampelfad vermieden.

Wenn man sich als Architekt nicht sicher ist, wo denn Trampelpfade entstehen, kann man auch erstmal abwarten, wie sich die Menschen verhalten. Später lassen sich die Pfade dann befestigen und der Rest begrünen. Zwar gibt es dann im Gesamtbild ein Wegenetz, aber genau das ist es, was der menschlichen Natur entspricht.

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