Präventiver Tyrannenmord

Es gibt nur wenige Fälle, in denen man für ein überfahrenes Kind einen Preis erhält. Tobias Haase ist von der Jury des Nachwuchsfilmpreises First Steps Award ausgezeichnet worden für seinen inoffiziellen Mercedes-Werbefilm.

Man kann trefflich über den Film streiten. Damit hat man dann auf jeden Fall bewiesen, dass die Begründung der Jury, der Film würde einen dazu zwingen, sich eine Meinung zu bilden, richtig ist.

Im Film heisst es über die im Autor verbaute Fahrzeugtechnik:

Erkennt Gefahren, bevor sie entstehet.

Man kann den Rückgriff auf Adolf Hitler geschmacklos finden. Man kann sich darüber aufregen, dass im Film ein Kind überfahren wird. Gerade letzteres ist schwer nachvollziehbar. Erwachsen Menschen sollten in der Lage sein, zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu unterscheiden. Täglich sterben tausende von Kindern, wo bleibt da der Aufschrei? Aber ein Kind, höre ich die Gutmenschen rufen, überfahren, von einem Auto. Möglicherweise entsteht die Empörung deshalb, weil hier ein deutsches Kind überfahren wird. Währe es jemand anders, könnte man ein Auge zudrücken. Oder?

Empörung ist in. Besonders in Deutschland. Besser wäre es hier, sich über ein kreatives Nachwuchstalent zu freuen. Über Tyrannenmord kann man doch mal gesondert diskutieren. Einen präventiver Tyrannenmord wird es jedenfalls vorerst nicht geben, dass gehört vorerst in den Bereich der Science Fiction (vgl. Minority Report).

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