Wandern mit der Bundeskanzlerin und Diablo

Wandern mit der Bundeskanzlerin und Diablo

Das Wahlduell wirft seine Schatten voraus. Für politisch interessierte Menschen ist die Übertragung heute Abend im Fernsehen ein Pflichttermin. Dennoch wollte meine Frau und ich es uns nicht nehmen lassen, vorher endlich die dritte Etappe des Kölnpfads in Angriff zu nehmen. Viel zu lange schon haben wir das immer wieder aufschieben müssen. Die Bundeskanzlerin und ihr Herausforderer haben uns selbstverständlich nicht auf dem 16 Kilometer langen Teilstück begleitet.

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Wer von beiden nach dem 22. September Zeit für so was hätte, wir sich ein Stück weit auch heute Abend entscheiden. Wobei ich auf die Begleitung von Angela Merkel beim wandern verzichten kann und ebenfalls hoffe, dass Peer Steinbrück als künftiger Bundeskanzler für so was keine Zeit haben wird. Und ganz ehrlich gesagt, auch wenn es anders läuft, werden Nadine und ich künftig nach wie vor alleine entlang des Kölnpfads laufen.

Wie dem auch sei, vor der Wanderung stand die Kontrolle der Route. Auch wenn ich die GPX-Daten bereits überragen hatte, wollte ich noch mal sicher gehen, wie es um die An- und Abreise steht. Wandern ist immer ganz schön, aber noch schöner wird es wenn der Transport zum Startpunkt und vom Zielpunkt wieder weg gesichert ist. An dieser Stelle kommt dann Diablo ins Spiel, genauer gesagt Diablo III für die Xbox 360. Wer jetzt verwundert dreinblickt und der Meinung ist, dass hätte doch mit dem Kölnpfad nicht zu tun, dem kann ich im Prinzip nur zustimmen. Dennoch, gerade im Internet gibt es enorme Zufälle. Tante Google spuckte mir bei meiner Suche nach dem Kölnpfad die Seite von Markus Kalupke, der in seinem Blog über den Kölnpfad schrieb, aus. Ein sympathischer Bericht von dem, was uns auf der dritten Etappe erwarten sollte. Zusammen mit seiner Freundin hat Markus auch in diesem Sommer damit begonnen, sich Köln wandernd aus ganz neuer Perspektive zu erschließen.

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Der letzte Eintrag von Markus im Blog jedenfalls dreht sich um Diablo III, welches er sich für seine Konsole vorbestellt hatte. Für einen kurzen Moment gab es mir einen Stich, denn meine Konsole ruht seit einigen Wochen im Keller. Und ich werde sie auch nicht wieder hervorholen, obwohl mich Diablo III schon ziemlich reizen würde.

Zurück aber auf den Kölnpfad. Startpunkt der dritten Strecke ist Köln-Bocklemünd, was sich mit der Linie 3 bzw. 4 gut erreichen lässt. Das Manuel Andrack Pate der Etappe ist, merkt man an keiner Stelle. Was aber nicht negative zu verstehen ist. Es ist nur so, dass die Strecke deutlich anders als die Etappe 2 ist, in jeder Hinsicht.

Neben einigen Teilstücken durch Wald läuft man häufig, für meinen Geschmack sogar zu häufig, an Straßen entlang. Am Auweilerweg hatte ich starke Zweifel, ob einer der Verantwortlichen für den Kölnpfad das Stück in letzter Zeit überhaupt gelaufen ist. Man läuft entlang der Straße, ohne Fußweg, begleitet von Autos. Ein hautnahes Erlebnis, was erst ein gutes Stück, nach dem man die A1, welche man unterquert, hinter sich lässt. Der See in Pesch entschädigt etwas dafür, auch wenn ich nicht wie Andrack einen Vergleich mit den Mecklenburger Seenplatten ziehen würde. Das sich das Teilstück „der nahe Niederrhein“ nennt, muss wirklich ein Versehen sein. Der Niederrhein, Herr Andrack, ist noch ein ganzes Stück weit weg und sieht auch deutlich anders aus. Glauben Sie mir, ich kenne die Gegend, denn da bin ich aufgewachsen.

kpf3-IV-2013Esch haben wir uns unterwegs nicht angeschaut, vertraten aber die Meinung, dort nicht tot überm Zaun hängen zu wollen. Rückblicken mussten meine Frau und ich das allerdings wieder korrigieren, denn es gibt noch schlimmeres. Zum Beispiel Worringen. Wenn ich demnächst auf der Fahrt nach Hause in die S 11 einsteigen werden, werde ich stets an den Bahnhof in Worringen denken. Das bewahrt macht garantiert davor, im Zug einzuschlafen, denn wer in Worringen aussteigen muss, hat verloren. Ganz wörtlich, denn wohnen möchte man da nicht, sondern muss es wohl. Wobei, so ganz stimmt das natürlich auch wieder nicht, denn wie überall gilt auch hier, auf welcher Seite man lebt. Auf der Ostseite der Bruchstraße stehen einige sehr charmante Häuser, unter anderem der unter Denkmalschutz stehende Intze-Turm.

Nach 15,2 Kilometer und 3:15 Stunden hatten wir unser Ziel erreicht und waren froh, mit der S-Bahn in die Gegenrichtung zu fahren. Ein Stück weit entlang der Strecke, die wir vorher gelaufen waren. Auch wenn diese Etappe des Kölnpfads gemischte Gefühle bei mir hinterlassen hatte, finde ich sie rückblickend dennoch lohnenswert. Für Bundeskanzlerkandidaten wäre sie auch etwas, denn man erfährt auf ihr nicht nur etwas über das Kölner Wasser, sondern auch über die Widersprüche in einer Großstadt.

6 Replies to “Wandern mit der Bundeskanzlerin und Diablo”

  1. Ihr habt Euch für diese Etappe auf jeden Fall das bessere Wetter ausgesucht – wir waren an einem sehr heißen Tag unterwegs und das Stück Esch bis zur S-Bahn Worringen hatte dann doch etwas von Wüste – weite Strecke ohne Bäume…aber auch wir haben es geschafft und waren froh wieder in der Bahn gen Kölle zu sitzen.

  2. Etappe 3 steht erst in drei Wochen an. Dein Bericht ist nicht sehr ermutigend, aber bei mir wird Nostalgie mitschwingen, denn ich verlebte einen Teil der Kindheit in Pesch und war schon Jahre nicht da.
    Bis jetzt habe ich den Kölnpfad leider allzu häufig asphaltiert erlebt. Auch meine nächste Etappe von Merkenich nach Mülheim verspricht viel Pflastertreten.

    1. Die Etappe 4 soll auch viel Pflaster haben – und ist zudem mit 11 Kilometern recht kurz. Bin trotzdem schon mal gespannt, auch wenn es wieder etwas dauert bis zur nächsten Etappe.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren