Bodycount Rhein

Die Meldung über Tote im Rhein häufen sich. Vergangen Woche ertrank ein junger Mann Anfang 20 im Rhein. Der Engländer hatte mit einem Freund einen Wettlauf zu einer Buhne Pech gehabt, als er als Nichtschwimmer bei Rodenkirchen bei Köln in den Rhein stürzte. Seine Leiche wurde Tage später an der Südbrücke im Wasser entdeckt.

Im Kölner Stadt-Anzeiger wurde über den Vorfall ausführlich berichtet, zudem wurde die Forderung vertreten, man müsse jetzt dringen entlang des Rheins Warnschilder aufstellen oder gleich das Baden und Schwimmen im Rhein verbieten. Am Freitag gab es zu dem Thema dann einige Leserbriefe im KSTA. Große Empörung gab es, weil sich doch tatsächlich der überwiegende Teil der Kölner Politiker ablehnend gegenüber den Vorschlägen geäußert hatten. Der gesunde Menschenverstand, so die offizielle These, würden die Menschen schon daran hindern, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Zurecht wurde seitens einiger KSTA-Leser darauf hin gewiesen, dass aber nicht alle mit gesunden Menschenverstand gesegnet sind. Damit lässt sich allerdings, so wie geschehen, kein Verbot begründen. Schilder helfen in solchen Fällen auch nicht. Gerade wer die Mentalität der Kölner in Bezug auf Verbot kennt, sollte das Wissen. Vergesslichen Zeitgenossen sei ein Spaziergang in der Wahner Heider empfohlen, denn danach weiss man auf jeden Fall, welchen Stellenwert Verbotsschilder haben.

Badeverbotsschilder entlang des Rheins beruhigen nur das Gewissen derer, die für ihre Aufstellung eintreten, helfen in der Sache jedoch wenig. Wie formulierte das ein Leser so treffend: “ Verantwortungsloses Handeln wird nicht durch Schilder gestoppt“. Genauso so ist es leider. Vergleiche mit anderen Schildern, wie Rauchverbot oder Geschwindigkeitsbeschränkungen lassen sich nicht ziehen, denn dort geht es primär nicht um die Eigen- sondern Fremdgefährdung. Beim Schwimmen im Rhein (von traurigen Ausnahmen abgesehen) riskiert man nur sein eigenes Leben.

Der Vorschlag Rolf Hergel, das Geld für wirkungslose Schilder lieber Organisationen wie der DLRG zur Verfügung zu stellen, ist gut gedacht, weiter geht jedoch, was Thomas Ney fordert. Bewusstmachung des Risikos durch Aufklärung und Schulung. Genau das hatte ich bereits Mitte Juli angeschnitten. Gefallen hatte mir auch der Vergleich von Ney mit den Alpen. Wer dort wohnen würde, kenne auch das Risiko beim Bergsteigen. Kein Einheimischer würde auf die Idee kommen, mit Badelatschen ins Hochgebirge zu laufen.

Sicher ist jedes Opfer ein Opfer zu viel. Bedauerlicherweise wurden die Menschen Opfer ihrer eigenen Unkenntnis oder Unvernunft. Besonders bei Nichtschwimmer kann ich für meinen Teil nur den Kopf schütteln. Als solcher würde ich mich vom Wasser fern halten.

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