Eifelnachschlag

Der Spruch „Auf einem Bein kann man nicht stehen“ ist in Bezug auf wandern in der Eifel sicher falsch. Wobei, einbeiniges wandern sicher eine Herausforderung ist. Was ich eher eigentlich meinte: nach der ersten Wanderung letzte Woche haben wir beschlossen, in meiner letzten halben Urlaubswoche noch mal in die Eifel zum wandern zu fahren. Diesmal allerdings bis Kall, sondern etwas weiter.

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Start und Zielpunkt war Dahlem, mit dem Eifelexpress von Köln aus gut zu erreichen. Die Route sollte eine kleine Steigerung zur vorherigen sein, so dass wir uns rund 17 Kilometer als Ziel setzen. Diesmal gab es keine Probleme mit der Wegführung, die Strecke ist ausgesprochen gut beschildert und zum Teil befestigt.

Unterwegs trafen wir neben der Eifel-Kröte einige der Bewohner des Landstrichs, die allesamt freundlich grüßten. Dabei meine ich auf Grund der Eifel-Krimis ein anders lautendes Klischee im Kopf zu haben. Möglicherweise ist das Klischee aber auch ein gezielt in die Welt gesetztes Gerücht, um die Menschen von der Eifel fern zu halten. Einem entgeht damit nicht nur eine einmalige landschaftliche Region, sondern auch Kaufpreise für Häuser, die einem die Tränen in die Augen treiben. Da wohnen, wo andere Urlaub machen zu einem Preis, in dem man in Köln gerade mal eine Abstellkammer bekommt. Bei frischer Luft entstehen dann schon mal merkwürdige Zukunftspläne.

Zurück aber auf den Weg und die Route. Auf Grund empfohlener Sehenswürdigkeiten (wie die Burgruine Glaadt) nahmen wir in Kauf, Teilabschnitte doppelte zu laufen. Es hat sich aber gelohnt, genau so wie der Abstecher kurz vorm Ende der Route ins Heidemoor. Dieser Abstecher hat uns allerdings zwei Stunden extra gekostet – der bitterste Teil der Wanderung. Die zwei Stunden sind aber nicht in der erfassten Tour enthalten, denn wir bekamen diese erst am Ende aufgebrummt, als uns der Eifel-Express mehr oder weniger vor der Nase weg fuhr. Zunächst nahmen wir das locker, dachte, der nächste Zug würde in einer Stunde kommen. Tja, so weit draußen ist der zeitliche Abstand zwischen den Zügen aber anders.

Zwei Stunden in Dahlem abhängen ist gerade montags ein Akt besonderer Grausamkeit. Man kennt das noch von ganz früher, „Montags Ruhetag“. Ein Café, kein Supermarkt, mehrere Fleischer. Alles dicht. Schlecht, wenn man die Wasserflaschen bis zur Neige geleert hat. Irgendwie gingen die zwei Stunden dann um und wir waren dann froh, wieder im Zug zu sitzen.

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Für die nächste Eifelwanderung werden wir auf jeden Fall berücksichtigen, wann die Züge fahren. vielleicht bietet es sich auch an, den Zielpunkt in Kall zu haben, da es dort etwas mehr Möglichkeiten zur Zeitüberbrückung gibt – und vor allem einen öffentliche Toilette am Bahnhof.

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