Eifel für Anfänger

Die Eifel kannte ich bisher nur aus Erzählung und aus Krimis. Selber hat es mich dorthin bisher nicht verschlagen. Anders gesagt: Ich war noch niemals in der Eifel. So gesehen hatte ich heute meinen Premieren-Tag. Mein allererstes Mal Eifel.

eifelblick

Vorgenommen hatten wir uns eine Tour von etw 3 Stunden Dauer, Startpunkt sollte Kall sein. Mit der Eifel-Bahn lässt sich Kall bequem vom Kölner Hauptbahnhof aus erreichen. Für uns, die wir auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, ein wichtiges Kriterium. Anhand des Startpunktes, unserer Kondition und der gewünschten Dauer ließ ich mir automatisch eine Tour zusammenstellen, die mir auf Anhieb gefiel: Eifelblick – Wackerberg

Nach einer problemlosen Anreise stellten sich auf den ersten 2 Kilometer Zweifel ein, ob die Tour wirklich korrekt ist. Der Wanderweg von Kall nach Anstois entspricht eher meiner Definition eines Trampelpfades. Eines gefährlichen Trampelpfades. Bei schlechtem, regnerischen Wetter benötigt man wenig, um sich darauf unterwegs das Genick zu brechen. Wer immer für die Pflege des Weges zuständig ist, kann gerne die ganze Bänke, die gefühlt alle 100 Meter stehen (und bei denen man teilweise einfach nur auf Bäume schaut) abreissen und durch ordentliche Holzgeländer zur Absicherung der abschüssigen Seite ersetzen.

Ab Anstois ging es dann auf einem gut befestigten Wanderweg, später dann entlang der Kölner Straße, weiter Richtung Germünd. Der Teil versöhnte auf jeden Fall mit dem vorherigen Streckenabschnitt. Im Ort selber hielten wir uns nicht lange auf, sondern bogen ab Richtung Kreuzberg / Eifelblick. Der Anstieg dorthin ist vielleicht etwas steil, lässt sich aber ohne groß aus der Puste zu kommen bewältigen. Das schaffte der nächste Streckenabschnitt.

Brav der Navigation folgend standen wir plötzlich (wirklich plötzlich) vor einem toten Ende. Kein weiterkommen mehr. Mein Frau hatte dabei noch auf die offiziell ausgewiesenen Wanderroute weiter unterhalb hingewiesen. Stur wie ich jedoch bin bestand ich darauf, der Route die mir angezeigt wurde zu folgen. Wir ging ein kleines Stück zurück und liefen dann über eine Wiese, entlang eines Zauns. Der Streckenverlauf sah korrekt aus, fühlte sich allerdings nicht so an. Daher ging ich davon aus, dass die eigentliche Strecke hinter dem Zaun liegen musste. Wir kletterten  darüber und schlugen uns ins Unterholz. Keine Spur von einem Weg. Immer tiefer ging es rein, ohne das es besser wurde. Das Naiv zeigte immer noch an, wir wären auf dem richtigen Pfad. So ungefähr muss man sich das auch bei den Autofahrern vorstellen, die dann in einen Fluss oder ein stehendes Gewässer fahren. Ein gefühlte Ewigkeit, bei der ich schon etwas mit den Nerven zu Fuß war, stießen wir wieder auf den Zaun, so dass wir wieder rüber auf die Wiese machten. Imme roch wurde keine Abweichung angezeigt. Am Ende der Wiese wieder ein Ausgang, der dann auf einen befestigten Weg führte. Weiter unterhalb stieß der Wanderweg dann zu dem Punkt vor, den wir jetzt erreicht hatten. Diesen Abschnitt werde ich so auf keinen Fall noch mal gehen.

Danach gab es keine weiteren Probleme, anhand der Route und immer mit Blick auf die Beschilderung des Wanderweges zur Kontrolle ging es weiter bis zum Wackerberg. Von dort aus sieht man – nichts, nur Bäume. Besonders fühlten sich die 520 Höhenmeter nicht an. Nach kurzer Pause ging es abwärts Richtung Kall zurück, wo wir nach insgesamt 4 Stunden und 3 Minuten wieder den Ausgangspunkt unserer Wanderung erreichten.

Insgesamt ein schönes erstes Mal und garantiert auch nicht der letzte Besuch in der Eifel. Empfehlen können wir auf jeden Fall für Kurzentschlossene sowohl die App von komoot (trotz kleiner Fehler) und VRS-App inklusive Handyticket. Damit erspart man sich den Kampf mit dem Automaten am Bahnsteig. Für alle iPhone 5 Benutzer noch der Hinweis, dass man auf jeden Fall mit vollem Akku vier Stunden sowohl die Navigation nutzen als auch gleichzeitig aufzeichnen kann.

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