Rund um den See

Das nicht so warme Wetter, welches ich als ideales Sommerferienwetter bezeichnen würde, verlockte heute dazu, mehr zu machen als nur komatös auf dem Bett zu liegen und auf Abkühlung zu warten. Mittels Lieblings-App plante ich für meine Frau und mich einen Ausflug zum Fühlinger See. Seit drei Jahren wohnen wir jetzt in Köln und wir kennen den See noch immer nicht – nur Fotos von oben, auf denen er etwas kümmerlich aussieht. Der Maßstab täuscht allerdings.

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Wie vorausberechnet brauchten wir bis zum See selber etwas über eine halbe Stunde. Wobei der erste Teil der Strecke, entlang der Neusser Straße der schlimmste war. Verkehr zu abgewöhnen. Zum Beispiel die Handwerker, die auf dem Fahrradweg parkten. Zweimal in weniger als einem Kilometer. Bei zweiten Mal stand der Wagen so ungünstig, dass auch der Bürgersteig zugeparkt war. Eine Frau mit Kinderwagen musste auf die viel befahren Straße ausweichen. Schlimm? Geht, denn wesentlich schlimmer fand ich den LKW-Fahrer, der im Gegensatz zu den PKW’s keine Geduld hatte und die Straßenbahn vorbei ließ, sondern ohne langsamer zu fahren einfach rechts auf dem Fahrradweg überholte. Zum Glück befand er sich vor und nicht hinter mir. Für so was habe ich Null Verständnis. Dafür gibt es auch nur eine wirklich sinnvolle Maßnahme, den sofortigen Entzug des Führerscheins.

Überings würde ich gerne vom Straßenverkehrsamt wissen, wieso man auf die Idee kommen kann, Lampen, Bäume und ähnliche Hindernisse als Bestandteil des Fahrradwegs zu belassen. So was ist genauso gefährlich wie nach links hin abschüssige Fahrradwege. Bei Regen ist so was saugefährlich.

Ab Neusser Landstraße, wie die Neusser Straße ab einem gewissen Punkt heisst, ändert sich nicht nur der Verkehr, sondern auch Landschaft und Fahrradweg. Statt eines Flickenteppichs ein zum Teil so breiter Fahrradweg, dass man gefahrlos nebeneinander fahren konnte.

Am See angekommen begann für mich der entspanntere Teil des Tages. Autofrei und ohne viel Fußgänger, wohl ein Umstand den wir dem Wetter zu verdanken haben, konnten wir einmal vollständig um den ganzen See herum fahren. Wenn man sich die Fort-Werke und Strommasten wegdenkt, kommt dabei richtige Urlaubsstimmung auf. Nach dem Rundparkour hatten wir uns das Kölsch redlich verdient und genossen den Ausblick vom Seepavillon. Dabei entstand die  Überlegung, das Freibad unter uns diese Woche mal zu testen. Schwimmen im See bedeutet für mich immer auch „ohne Chlor“ – ein starker Grund dafür.

Der Rückweg bescherte uns zunächst einen kleinen Umweg, da wir unbedingt ins Gartencenter Seeberg wollten. Ein ziemliches Einkaufsparadies für Grünpflanzen. Spätestens in einem Monat werden wir uns dort für den Herbst munitionieren, denn es gibt einige Pflanzen, die auch dann, wenn die Tage wieder wirklich kälter werden, für einen grünen Balkon sorgen.

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