Umzug ohne Wehmut aber mit Blick zurück

Die letzten Jahre habe ich die von mir abonierten RSS-Feeds über den Google Reader gelesen. Jener Dienst von Google, der Ende des Monats eingestellt wird. Und das obwohl RSS nicht tot ist.

google_by
Ehrlicherweise muss ich allerdings dazu ergänzen, in welcher Form ich meine Feeds gelesen haben. In den seltensten Fällen tat ich es nicht direkt über die Weboberfläche des Reeders, sondern meistens mit lokal installierten Apps, die sich dann mit Google synchronisierten. Meiner Meinung nach war das Handling besser.

Unter Mac OS X ließ Reeder keine Wünsche offen, was für die iOS-Version, gerade auch für App auf dem iPad nicht der Fall war. Hier schloss ich schnell Mr. Reader ins Herz.

Nach dem klar war, dass sich Google trotz Petition nicht umstimmen ließ, hieß es für mich, mir eine Alternative für Google Reader zu suchen. Grundsätzlich stand drei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder eine selbst gehostete Webapplikation, einen kostenlosen oder bezahlten Dienst. Nicht in Frage kam die Option, die RSS-Feeds nur noch lokal über ein Programm auf dem Mac zu lesen. Die Phase habe ich schon länger hinter mir.

Gegen eine bezahlten Dienst sprach aus meiner Sicht die damit verbunden laufenden Kosten. Derzeit bezahle ich bereits für einige Cloud-Dienste. Mir wird das langsam zu viel und vor allem zu übersichtlich. Ich verdienen mein Geld mit dem Internet nicht dafür.

Meine favorisierte Option war daher Fever, zumal es hieß, dieser würde künftig auch von Mr. Reader unterstützt werden. Selber gehostet hielt ich auch für die beste Option. Leider aber wird Fever wohl nicht aktiv weiterentwickelt. Auch eine Gruppierung verschiedener Feeds in Ordner fehlt mir. Andere Lösungen für den eigene Server hatten entweder zu hohe Anforderungen oder aber es fehlt eine echte iOS-App.

Von den kostenlosen Möglichkeiten bot feedly den einfachsten Umstieg an. Anmeldung über den Google Account, Synchronisierung der Feeds bis die Entwicklung der neuen Version abgeschlossen war, so dass man sich vom Google Reader abkapseln konnte. Mit der Weboberfläche kam ich auf jeden Fall besser zurecht als mit der vom Google Reader.

Auch wenn es von feedly eine iOS App gibt, stand für mich recht schnell fest, womit ich auf dem iPad meine Feeds lesen wollte. Nach längerem bangen, hoffen und warten ist heute die Version 2.0 von Mr. Reader erschienen, die unter anderem auch feedly als Quelle für die Feeds unterstützt. Der Entwickler hat sich dafür mächtig ins Zeug gelegt, was ich ihm hoch anrechne.

Für mich hieß es daher heute, nicht nur das Update auf die neuste Version durchzuführen, sondern auch eine Entscheidung zu treffen. Dabei macht es einem Mr. Reader selber sehr leicht. Neben dem noch funktionierenden Google Reader Account kann man problemlos zwischen anderen Diensten wechseln. Theoretisch hätte ich mich bis zum 1. Juli noch mit dem Google Reader abschleppen können. Da ich gerne Nägeln mit Köpfen mache und Entscheidungen dann auch zeitnah umsetze, lese ich jetzt meine Feeds nur noch über feedly.
happy-retirement-grDer Nachteil dabei ist, dass weder Reeder für Mac OS X noch die iOS Versionen feedly derzeit unterstützen. Der Entwickler zieht es vor zu schweigen. Sein letzter Tweet stammt vom 27. April.

Ehrlich gesagt finde ich es merkwürdig, wenn eine App sehr früh schon von feedly als kompatibel bezeichnet wird, aber keine neue Version erscheint während Oliver Fürniß, der Entwickler von Mr. Reader, in wesentlich kürzerer Zeit die Anbindung von feedly in die eigentlich schon fertige Version 2.0 integrieren kann. Für mich ist Reeder erstmal gestorben. Auf dem iPhone kann ich, wenn ich denn dort Feeds lese, auch die App von feedly selber nehmen. Und auf dem Mac steht mir die Weblösung zur Verfügung.

Was ich bei feedly allerdings fehlt, ist eine bessere Unterstützung von Evernote. Auf der iOS App fehlt sie ganz, die auf der Weboberfläche ist eher dürftig. Auch scheint sich feedly ab und an etwas zu verschlucken. Kinderkrankheiten, hoffe ich mal.

Kommentar verfassen