Evernote Geek

Gestern fand im Telekom Shop 4010 in Köln ein Evernote User Meetup mit Christopher Herms (Evernote Zürich) statt. Zu behaupten, die Veranstaltungen sei gut besucht gewesen, wäre eine Untertreibung. Selbst die Stehplätze waren Mangelware.

Das Thema Evernote begeistert demnach eine Menge Menschen. Bezogen auf das Alter der Teilnehmer gibt es bei Anfang 20 los und endete bei über 50 Jahren. Der Bedarf an einer intelligente Notizablage ist demnach generationsübergreifend.

Vor seinem Vortrag hat sich Christopher Herms mehrfach für sein Deutsch entschuldigt, denn dies sei nicht seine Muttersprache. Ehrlich gesagt hätte man es ohne seinen Hinweis nicht gemerkt, denn er war sehr gut zu verstehen. Für ihn dürfte wohl einer der größeren Überraschungen des Abends die gewesen sein, dass über 90 Prozent der Anwesenden bereits Erfahrungen mit Evernote hatten. Daher war seine Einführung in Evernote nicht ganz zielgruppengerecht.
Allerdings hat er sich redlich bemüht, was man ihm auf jeden Fall zugute halten sollte. Als Product Genius für Evernote Business kann er zwar Anfragen an die Entwickler weiterleiten, musste gelegentlich daher aber auch passen. Das man einen Reminder mit einer E-Mail an sein Evernote-Konto setzen konnte, hielt er nicht für möglich.

Interessant fand ich die Demonstration von Evernote Hello – zu sehen, wie auf geradezu magische Art alle Geräte Kontakten ihrer Besitzer austauschten hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Den hatte ich ebenfalls in Bezug auf einige Fragen der Teilnehmer. Dort, wo Christopher Herms passend musste, fiel mir häufiger eine Lösung für Evernote ein. Auch die Frage, ob sich die lokale Bibliothek von Evernote auch jenseits des Startvolumens ansiedeln ließe, hätte ich beantworten können. Leider war der Fragesteller kurz nach dem Vortrag bereist verschwunden. Zumindest unter Mac OS X gibt es einen, zugegeben etwas technischen, Trick zum auslagernd der Bibliothek. Man muss im entsprechenden Verzeichnis mit symbolischen Links arbeiten.

Es fehlte beim User Meetup auch ein Hinweis auf die unterschiedlichen Versionen für Mac OS X. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob man Evernote aus dem App-Store oder von der Webseite herunterlädt und installiert. Der App-Store Version sind durch die Sandbox-Einstellungen enge Grenzen gesetzt, so dass ein Zugriff mittels Applescript auf Evernote nicht möglich ist.

Gerade aber im Zusammenspiel mit Applescript lassen sich auf dem Mac fortgeschrittene Anwendungssenzarien umsetzen. Mein Lieblingsbeispiel an der Stelle ist immer ein Einkaufszettel, der aus mehreren Evernote-Notizen besteht. Diese werden mittels Applescript aus Evernote exportiert, in ein zweispaltiges LaTeX-Dokument umgewandelt und ausgedruckt. Alles automatisch mit einem Mausklick.

Ebenfalls mittels Applescript kann man Ordner im Finder „intelligent“ machen, so dass sie automatisch neue Inhalte in festgelegte Notizbücher von Evernote importieren. Dagegen sind die gespeicherten Suchervorgänge in Evernote, die man als Favoriten ablegen kann, noch Basics – die aber auch nicht jeder kennt. Wenn ich so die Summe meines bisherigen, gefühlt noch immer nicht großen Wissens im Vergleich betrachtet, gibt es nur eine in Frage kommende Schlussfolgerung. Ich bin ein Evernote Geek.

Mein Fazit aus dem Evernote User Meetup: ganz nett, aber mehr Tiefe wäre besser. Schön wäre ein monatlicher Evernote-Stammtisch in Köln oder so etwas ähnliche (mit mehr Web 2.0 / Cloud Appeal).

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