Salatbombe

Salatbombe

Man sollte meinen, ich hätte genügend Erfahrung in der Küche. Auch dürfte man nicht zu Unrecht davon ausgehen, dass in einer schon sehr lange auf dem Markt bestehenden Kochzeitschrift keine gravierenden Fehler enthalten sind. Vor allem aber besteht dringenden Notwendigkeit, sich jede Minute des Tages daran zu erinnern, welche Katastrophen mit „mal eben“ entstehen.

salatbombe

Für heute Nachmittag wollte ich „mal eben“ einen Salat machen. Im Ergebnis habe ich jetzt zwar einen Salat, aber auch noch einen ganz anderen „Salat“. Morgen werde ich die Küche neu streichen dürfen und die Fenster von innen putzen müssen. Den Boden gewischt habe ich gerade eben. Dabei fing alles so harmlos an. Ein einfaches Rezept, ein frischer italienischer Sommersalat – dachte ich. Die Verarbeitung der Zutaten verlief soweit reibungslos.

Das Fehlen eines Schrittes bei der Zubereitung der Sauce hätte mich stutzig machen sollen. Ein gewisser Teil des heißen Nudelwassser sollte aufgefangen werden. Macht man häufiger, um zum Beispiel Tomatensauce sämiger zu bekommen. Danach tauchte das aufgefangene Nudelwasser aber nicht mehr im Rezept auf. Möglicherweise nicht zu Unrecht ging ich davon aus, dies würde für die Sauce benötigt. Im Shaker befanden sich bereits 75 ml Essig und 75 ml Öl, dazu noch Salz, Pfeffer, etwas Zucker und Petersilie. Mit 150 ml Nudelwasser war im Shaker noch ausreichend Luft.

Es sollte kurz noch erwähnt werden, dass der Shaker wirklich gut ist. Mein erstes Stück Tupperware im Haushalt. Er verschließt luftdicht, selbst beim Transport läuft aus ihm keine Salatsauce aus. Der Haupteinsatzzweck eines Shakers ist aber nicht der Transport von fertiger Salatsauce, sondern ihre Zubereitung. Dazu werden die Zutaten ordentlich geschüttelt. Gerüchten zu Folge hat das Dinge daher auch seinen Namen.

Vielleicht habe ich in Physik nicht immer aufgepasst. Besser wäre das wohl gewesen, denn dann hätte ich möglicherweise die Zutaten nicht geschüttelt, sondern nur verrührt. Ohne das ich es richtig bemerkte, baute sich im Inneren des Shakers ein enormer Druck auf, der sich explosionsartig entlud. Die Hälfte der Sauce verblieb im Gefäß. Der Rest, nun ja, verteilte sich anderweitig sehr gut. Und ganz ehrlich, kleingehackte Petersilie sieht auf der Küchenwand nicht besonders schön aus. Wand, Boden, Fenster – alles hatte ordentlich Spritzer abbekommen. Eine Mischung aus den Gewürzen und der Essig-Öl-Mischung. Als Erklärung habe ich nur die Reaktion anzubieten, welche zu beobachten ist, wenn man in heißes Öl Wasser gießt. So etwas kommt in der Küche auch mal vor, zum Beispiel beim anbraten.

Die Nachahmung sollte man in jedem Fall vermeiden. Öl und Essig lassen sich auch deutlich schwerer beseitigen als sagen wir mal Cola und Mentos.

4 Replies to “Salatbombe”

  1. Möglicherweise hättest du bei einem Besuch einer Tupperparty erfahren, dass man den Shaker entlüften muss, nachdem man ein wenig geshaked hat :-)
    Es ist dabei nämlich egal, ob die Flüssigkeiten sich in einem kalten, lauwarmen, warmen oder heißen Zustand befinden. Fakt ist, mir ist der Inhalt auch schon um die Ohren geflogen…

    1. Verdammt. Man lernt daraus, welchen Nachteil Internetbestellungen haben. Und für die nächsten Anschaffungen ist der Besuch ein Tupperparty jetzt fest eingeplant.
      Es beruhigt mich, dass ich nicht der Einzige bin, dem so was passiert ist :-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren