Garten Eden

Im Garten Eden oder Paradies genannt, leben Menschen und Tiere in Frieden miteinander. Etwas problematisch wird das zwar für alle die, die sich nicht vegan ernähren, aber sei es drum. Entscheidend ist, dass vor allem Menschen in Frieden miteinander leben. Zumindest im dem Paradies, welches ich in Erinnerung habe aus dem Kindergottesdienst – was zugegeben etwas länger her ist. Andererseits beziehen sich das 1. Buch Mose auch auf etwas, was verdammt lang her ist.

Kommen wir aber zum eigentlich Punkt. In Frieden leben bedeutet auch, stets in guter Nachbarschaft zu wohnen. Nachbars Garten und Kirschen (wahlweise auch Äpfel) gibt es in der Form nicht, da allen alles gehört. Daher würde wohl auch keiner auf die Idee kommen, jemand anderem etwas wegzunehmen oder sich aus welchen Gründen auch immer einen Vorteil auf Kosten anderer zu verschaffen.

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Wie es das Schicksal aber so will, leben wir Menschen derzeit nicht im Garten Eden. Daher ist das mit dem Frieden so eine Sache und Nachbars Garten ist auch eben sein Garten. Kirschen pflücken auf fremden Grundstücken kann unangenehme Folgen haben. Zum Glück mache ich mir nichts aus Kirschen und muss mich daher nicht ärgern, wenn ich auf übervolle Bäume schauen würde. Wobei es hier in der Siedlung weder übermäßig viel Kirschbäume gibt noch die richtige Jahreszeit für die Früchte ist.

Was mich allerdings schon ärgert sind Nachbarn, die meinen das gewisses Spielregeln des miteinander Lebens für sie keine Gültigkeit haben. Oder davon überzeugt sind, alles wäre eine Sache der Auslegung. Daher können man auch durchaus gebrauchte Auslegewahre den anderen Nachbarn einfach so auf das Grundstück werfen. Das ist vielerorts so und auch hier im Stellwerk 60, welches häufiger mal mit einem Paradies verwechselt wird.

So vor der Haustür gammelnde Teppich sind schon störend. Besonders dann, wenn es zwischendurch regnet und erst nach den Feiertagen möglicherweise der Müll entsorgt wird. Es kann durchaus schon mal vorkommen, dass Nachbarn „vergessen“, ihren Sperrmüll anzumelden.

Selbstverständlich gehört es sich nicht, seinen Mitmenschen etwas zu unterstellen. Selbst dann nicht, wenn man sie zufällig beobachtet hat. Wobei das Beobachten hier auch immer gegenseitig passiert. Heute Morgen zum Beispiel muss mich wohl jemand beim fotografieren gesehen haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum nach dem Einkaufen die Teppiche verschwunden waren. Ordentlich zusammengerollt befanden sie sich seither auf dem Grundstück, auf dem sie auch eigentlich hin gehören.

Schön wen sich manche Sachen auf diese Weise regeln. Die zunehmenden Graffitis in der Siedlung werden wohl kaum magisch verschwinden – aber das ist auch eine ganze andere Geschichte, die so gar nichts mit dem Garten Eden zu tun hat.

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