Erinnerungsessen

Erinnerungsessen

Wer die Bilder von der Begrünungsaktion hier im Blog gesehen hat, wird mir sicherlich zustimmen. Da fehlt doch etwas. Nur so Zeug zum anschauen ist doch sicher zu wenig. Das dachte ich mir auch. Und entgegen meiner ursprünglichen Absicht fuhr ich zum zweiten Mal in dieser Woche zum Baumarkt.

Auf dem Rückweg hatte ich 40 Liter Universalerde und einen großen Blumenkasten dabei. Zusammen mit meiner Frau machte ich anschließend den Markt am Wilhelmplatz in Nippes unsicher. Beziehungsweise, wir erstanden ganz legal ebensolche Nutzpflanzen, so dass wir jetzt stolze Besitzer eines Minigartens sind.

minigarten2013
Bei den Kräutern bin ich mir im Prinzip sicher, dass sie uns erhalten bleiben. Bei ihnen hängt auch immer die Drohung unsererseits in der Luft, sie vollständig aufzuessen. Ob die beiden Tomatenpflanzen jemals Früchte tragen werden, bezweifle ich. Tomaten nehmen mir grundsätzlich übel, dass ich sie früher gar nicht mochte.

Bei den Kräutern habe ich jeweils mindestens ein Gericht im Kopf, was ich ohne Vorlage zubereiten könnte. Dabei besitzt der Schnittlauch den für mich größten Erinnerungswert. Früher hatten wir zu Hause davon eine Menge im Garten. Es ist für mich unweigerlich mit warmen Sommertagen verbunden. Regelmäßig gab es abends Quark mit Schnittlauch. Frisch zubereitet lässt sich das durch keine Fertigmischung aus dem Supermarkt ersetzen.

Da sich solche Gerichte aus der Kindheit nur schwer aus dem Kopf bekommen haben und Quark mit Schnittlauch zu den Dingen gehört, die auch früher schon mochte, führte heute kein Weg daran vorbei, selber kreativ zu werden. Aber keine Angst, der Schnittlauch oben im Bild blieb unverletzt. Wir hatten extra noch welchen zum sofortigen Verzehr zubereitet.

Ein Bund Schnittlauch, 500 g Quark (40% Fett, drunter ist langweilig), Salz, Pfeffer und als besonderen Dreh 1/4 Knoblauchzehe fein gehackt. Gut durchgemischt passt dann dazu so einiges. Richtig unschlagbar wir es aber nur in Kombination mit sehr guten Pellkartoffeln. Dazu einen gekühlten Rosé und man fühlt sich wie im Sommertraumland.

Gut, im Unterschied zu damals ist der Wein neu, denn den habe ich als Kind nicht bekommen. Aber man muss ja nicht alles genau so machen wie früher, um in Erinnerungen schwelgen zu können.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren