Booster Draft

Richtig warm geworden mit Magic the Gathering bin ich erst 2001 als, meine Frau und ich ein kompaktes aber auch komplexes Spiel für den Kenia-Urlaub suchten. Die Hochphase, in der wir beide fast jeden Abend spielten, ist mittlerweile vorbei. Von damals weiss ich allerdings immer noch, was es mit „Boster Draft“ auf sich hat. Es ist ein Tunierformat, bei der die Spieler nicht mit eigenen Decks antreten, sondern aus den Inhalten von Boosterpackungen vor Ort ihre Karten zusammenstellen.

Mir viel das wieder ein, nach dem ich mich mittlerweile seit drei Tagen mit der iOS Applikation Draft beschäftige – obwohl die rein gar nichts mit MtG zu tun hat. Es ist einfach nur die Analogie eines Boosters. Bei MtG peppt man damit sein eigenes Deck auf, während Draf – nun ja, was macht die Applikation eigentlich genau? Als ich Draft vor einigen Monaten nach Erscheinen der ersten Version kaufte, wusste ich es auch nicht so genau. Arbeitet irgendwie mit Evernote und Drop Box zusammen, Grund genug, mir die App einfach auf verdacht zu kaufen. Schnell folgte dann die Ernüchterung. Monatelang schlummerte die Draft dann auf meinem iPhone, ohne das ich mich weiter mit der App beschäftigte.

draft

Vor ein paar Tagen dann gab es ein Update auf die Version 3.0 die vor allem damit beworben wurde, dass sie „Evernote and Message Actions“ hätte. In einigen deutschsprachigen Blogs würde dann Draft noch mal erwähnt. Ich lud das für mich kostenlose Update herunter und hätte es fast auch dabei bewenden lassen, wenn ich nicht auf einen ausgezeichneten Artikel bei macstories gestoßen wäre. Darin werden die neuen Funktionen umfangreich erklärt.

Für mich war das Grund genug, mir Draft noch mal genauer anzusehen und letztendlich auch die iPad Version zu erwerben. Der anfängliche Überforderung, gefolgt von Schulterzucken, weil man sich nicht vorstellen kann, wofür man die Applikation benötigt, folgt eine Phase der Kreativität. Auf einmal stellt man fest, wie nützlich Draft sein kann, wenn man die Anwendung richtig zu nutzen weiss.

Das ich meiner Frau mittels Vorlage schnell eine SMS schicken kann, in der sie dann erfährt, wann ich zu Hause bin, ich aber nur eine Zahl tippen muss, ist eine Sache. Wirklich nützlich wird es im Zusammenspiel mit Evernote und der Funktion, an eine bereits vorhanden Notiz etwas anzuhängen.

Vor einiger Zeit hatte ich hier im Blog mal erwähnt, dass wir dazu übergegangen sind, unseren Einkaufszettel mit Evernote zu erstellen, ich aber aus diversen Gründen, im Supermarkt selber lieber die ausgedruckte Form bevorzuge. Zu diesem Zweck habe ich mir ein Applescript geschrieben, welches mehrere Notizen mittels LaTeX zu einem zweispaltigen Dokument zusammenfasst und ausdruckt – ja, ich bin kleiner Geek, ich weiß.

Jedenfalls, um ein zu kaufenden Gegenstand auf diese Liste zu bekommen, haben meine Frau und ich bisher immer bisher alles im Notizbuch Einkauf gesammelt und das dann von Hand in die passende Notiz übertragen. Der Einkaufszettel selber besteht dabei aus fünf Hautbereichen, passend zur Art, wie und wo wir einkaufen.

Mit Draft geht das jetzt deutlich besser, da wir uns den Zwischenschritt mit der Übertragung sparen können. Ich schreib in Draft zum Beispiel „Olivenöl“, wähle rechts meine Aktion „Bioladen“ aus schon hängt Draft den zu kaufenden Gegenstand an die Notiz „Bioladen“, die sich im Notizbuch „Einkaufen“ befindet an. Benötigen wir zudem noch „Tofu“, dann läuft das genau so. So stehen dann brav untereinander Olivenöl und Tofu auf unserem ausgedruckten Einkaufszettel in der Kategorie „Bioladen.“

Auch lässt sich mit Draft ein Minitagebuch realisieren. Die Einträgen können dann irgendwo in Evernote landen oder alternative in der Dropbox gespeichert werden. Wer es doppelt mag, kann sich mittels URL Aktionen auch etwas basteln, bei dem der Text erst an eine Evernote Notiz geschickt und anschließend noch mal als neue Notiz in der Dropbox abgelegt wird. Alles mit einem einzigen Fingerdruck. Für bestimmte Evernote Routinen ist das bei mir auf jeden Fall ein Booster.

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