Ignoranz

Ignoranz

Im Duden wird Ignoranz mit „tadelnswerte Unwissenheit“ erklärt. Ehrlich gesagt klingt mir persönlich das noch viel zu höflich. Mit den Synonymen „Ahnungslosigkeit, Nichtwissen, Unkenntnis, Unwissen“ bin zudem überhaupt nicht einverstanden.

Meiner Meinung nach wäre die bessere Erklärung für Ignoranz etwas, wobei die als ignorant bezeichnete Person wissentlich etwas nicht beachtet – aus welchen Gründen auch immer. Die Erklärung zu Ignoranz bei Wikipedia entspricht dem daher schon eher:

Ignoranz (Unwissenheit, Beschränktheit) zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person etwas – möglicherweise absichtlich – nicht kennt, nicht wissen will oder nicht beachtet.
Quelle: Wikipedia

Die Frage an dieser Stelle, warum mich so etwas überhaupt beschäftigt, hat durchaus ihre Berechtigung. Mir fällt aber leider derzeit kein andere Begriff ein für das, was ich heute auf meinem Weg zum Bahnhof in Nippes sah.

nippes_hunde

Vom Bahnhof Nippes führt ein 500 Meter langer Weg entlang des Bahndamms zum Eisenbahn-Bundesamt und zur autofreien Siedlung. Am Wegesrand liegt auch eine große Wiese als Spielfläche für Kinder. Es ist kein Geheimnis, dass diese als Freilauffläche für Hunde mit entsprechenden Hinterlassenschaften missbraucht wird. In Vergangenheit schafften es nicht alle Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner mit entsprechenden Beuteln in den Mülleimern zu entsorgen. Zwei Stück gab es bisher, die nicht selten so voll waren, dass die vollen Tüten einfach daneben deponiert wurden.

Heute wurde für Abhilfe gesorgt. Zumindest in Bezug auf die Versorgungslage. Drei neue, zusätzliche Abfallbehälter wurden aufgestellt. Am Ende der Strecke, am Anfang und in der Mitte. Nicht nur das, die Behälter sind auch mit einem Spender für die Hundekottüten ausgerüstet.

nippes_hinterlassenschaften

Man sollte meinen, dies stelle eine ausreichende Versorgung da. Dem ist aber wohl nicht so, denn nach wie vor landen die Tüten an den wildesten Stellen.

Zum Beispiel in den Hecken der Anwohner. Die Körnung aber war ein frischer Hundehaufen direkt neben einem der neuen Mülltonne. Vielleicht hält sich der Besitzer des entsprechenden Hundes für jemanden, der es nicht nötigt hat, sich zu bücken und den Scheiss – im wahrsten Sinne des Wortes – aufzuheben. Mich packen bei so etwas schon arge Zweifel, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, einen Hundeführerschein einzuführen. Oder gleich den Besitz der Tiere in der Stadt zu untersagen.

Letzteres hat durch aus was für sich. Aber ich bin ein Landei, welches ein deutlich anders Verhältnis zu Tieren hat als geborene Stadtbewohner mit ihren Hätschelhunden. Es gibt sicher gute Gründe, warum man die Vierbeiner selbst dann in den Wohnungen hält, obwohl es in keinster Weise Artgerecht ist. Wenn Herrchen und Frauchen den ganzen Tag im Büro sind, muss schließlich jemand auf die Wohnung aufpassen.

Nein, ich verstehe es nicht. Bei mir festigt das wieder ein Stück den Glauben daran, solche Probleme ließen sich nur durch schmerzhafte Geldstrafen in den Griff bekommen. Wer die Haufen nicht so entsorgt, wie es vorgesehen ist, muss entsprechend zur Kasse gebeten werden.

2 Replies to “Ignoranz”

  1. Ja, Geldstrafen würden die Hundebesitzer vielleicht zum Umdenken bewegen. Allerdings dürfte es in vielen Fällen schwierig sein, die betreffenden Personen dingfest zu machen. Auf den Hundehaufen stehen ja schließlich (leider) keine Namen. ;-)

    Aber der Ansatz ist gut. Denn wenn auch nur ein paar auf diese Weise geahndet werden könnten, indem sie auf frischer Tat erwischt werden (das setzt natürlich entsprechende Kontrollen vor Ort voraus), ändern vielleicht auch die anderen ihr Verhalten.

    LG Karin

    1. Stimmt, Geldstrafen setzen voraus, dass man die Leute auch auf „frischer“ Tat ertappt. Und mehr Kontrollen kosten – möglicherweise rechnet sich das aber dennoch. Das Problem dabei ist dann der Eindruck einer vollständigen Überwachung aller Lebensbereich. Auch kein wirklich schöner Gedanke. Mir wäre es eigentlich lieber, wenn die Menschen sich einfach an die Regeln halten würde und so die Welt zu einer besseren machen würden. Das ist unglücklicherweise eine sehr naive Hoffnung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren