Zum Ende finden

Das Ende des NaNoWriMo liegt bald eine Woche zurück und dennoch bin ich beim schreiben meines Krimis noch nicht ans Ende angelangt. Über die letzten Tage zog sich eine längere Pause, die auch dringend notwendig war, um den Ideenspeicher aufzuladen.

Bei der Vorbereitung im November und der Entwicklung meines Szeneplans war ich etwas zu optimistisch, was das Ende angeht. „Das findet sich schon, ergibt sich doch aus dem bereits geschriebenen im November“. Nur habe ich jetzt einen hässliche Lücke zwischen der aktuellen Szene und dem Epilog. Hausgemacht ist dabei auf jeden Fall der Umstand, dass mir nicht ganz genau klar ist, warum der Täter die Stadt noch nicht verlassen hat und weshalb er eine Veranstaltung aufsucht. Natürlich weiss ich, welche Informationen er benötigt, aber es wirkt derzeit noch etwas konstruiert. Dummerweise hat sich der innere Kritiker wieder aus dem Keller befreit und traktiert mich mit seinen Vorwürfen.

Dabei habe ich das eigentlich Ende schon (ursprünglich hatte dieser Beitrag den Titel „Ein Ende finden“, aber das trifft nicht ganz den Kern meines Problems). Mir fehlen noch ein paar Meter bis zum Ziel. Vermeidbar wäre das vielleicht gewesen, wenn ich beim plotten etwas genauer gearbeitet hätte. Ort, Zeit, POV und kurze Inhaltsangabe sind anscheinend zu wenig.
Im Buch „Romanwerkstatt: Das Handwerk des kreativen Schreibens“ wird für einen Szeneplan folgendes vorgeschlagen:

  • Handlungsverlauf
  • Figuren
  • Handlungsort
  • Handlungszeit
  • Besondere Merkmale der Szene

Mit Handlungsverlauf ist auch genau das gemeint, der Verlauf, also auch bis zum Ende der Szene. Mein Excerpt für die Szene reicht nicht aus, vor allem weil es zu grob den Inhalt der Szene umreiss. Wie eine Szene Enden muss, erschließt sich mir durch die nachfolgende Szene – dachte ich zumindest. Im nächsten Jahr sollte ich weitere Aspekte berücksichtigen. Durch das erwähnte Buch werden mir die Lücken in meinem Text schmerzhaft deutlich, nicht nur in Bezug auf die Problematik mit dem zu finden Anschluss an das geplante Ende. Allein die unterschiedlichen Arten der Figurenrede und die damit zu erzielende Wirkung ist zu recht in der Romanwerkstatt ein Kapitel für sich.

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