Perspektiven

Der erste November. Beginn meiner dritten Teilnahme am NaNoWriMo. Seit gestern Abend hatte mich eine ganz spezielle Form der Nervosität gepackt, die über nacht, quasi im Schlaf, weiter gefüttert wurde. Mit Herzklopfen saß ich dann heute Morgen, nach dem Frühstück am Schreibtisch. Vor mir die ausgedruckten und ausgeschnittenen Karten mit den Kapitel und dem Plot. Dazu mein Faltzettel mit 101 Satzanfängen und ein großer Becher Tee.

Als Neuerung habe ich eine Baseballmütze eingeführt, die ich immer dann aufsetze, wenn ich schreibe. Als sichtbares Zeichen, dass mich nichts und niemand stören darf. Eine Tarnkappe sozusagen. Wir würde es aus nahe liegenden Gründen gut gefallen, wenn oben auf der Mütze auch noch Polizei oder ähnliches stehen würde. Seit gestern Abend war nicht nur die Nervosität mein Begleiter, sondern auch der Gedanke daran, womit ich denn beginnen würde. Der magische Moment, wenn der erste Satz geschrieben wird. Der eine Satz, von dem alles ausgeht, der alles bedeutet – und doch nur ein erste Satz in einer Reihe von ganz vielen ist. So wichtig ist er nun auch wieder nicht, denn spätestens bei der ersten Überarbeitung wird er geprüft und entweder für gut befunden oder verworfen.

Viel wichtiger daher war für mich die Frage, aus welcher Perspektive das erste Kapitel erzählt wird. Der Point of view ist hier nicht ganz so einfach, weil in diesem Kapitel meine Hauptfiguren noch nicht eingeführt werden. Die einzige wirklich wichtige Figur wird direkt am Anfang von einem Auto überfahren. Aus ihrer Sicht zu erzählen, wäre sicher auch eine Option gewesen, aber dann wäre das Kapitel etwas kürzer. Alternativ gab es noch den Fahrer des Wagens und einen Zeugen. Beides Personen, die von Anfang an die Szene mitbekommen, während die Polizei erst später hinzu kommt. Zwischen den Schlafphasen entschied ich mich dann für die neutrale Perspektive. Damit lassen sich die unterschiedlichen Ereignisse, Personen und Handlungsabläufe am besten darstellen.

Über den Tag hinweg, den ich wirklich bemüht gemütlich anging, kam ich auf 1.790 Wörter. Mein Tagesziel habe ich damit geschafft. Gleich werde ich nach diesem Blogeintrag noch etwas weiter schreiben, nicht um einen Vorsprung aufzubauen, sondern weil ein paar der Figuren im Kapitel noch wichtige Dinge vorhaben. Ich hoffe, meine Perspektive für den Abend wir die sein, nicht zu spät ins Bett zu kommen.

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