Unbeabsichtigte Intention

Nach dem die letzten Monate überwiegen mit der ersten Überarbeitung des NaNoWriMo-Romans 2011 ausgefüllt waren, gönne ich mir diese Woche eine kreative Pause. In meinem Fall bedeutet das kein Verzicht auf das Schreiben, sondern das genaue Gegenteil.

Wenn man so viel korrigiert, angemerkt und notiert hat, sehnt man sich danach, endlich mal wieder einfach nur eine neue Geschichte zu erfinden. Mit verbunden Augen geht das bei mir nicht, ich muss immer ein Stück weit vorbereiten, plotten – zumindest wenn es ein etwas längerer Text sein soll. Ein verzwickter Kurzkrimi ist genau das Richtige, um mich für die bevorstehenden Projekte wieder in Stimmung zu bringen. Nach der ich den Plot in den letzten zwei Tagen entwickelt hatte, stand heute morgen die Ausarbeitung der ersten Szene auf dem Plan. Da DER CHEF donnerstags zu ersten Stunde in die Schule muss, konnte ich frühmorgens vor der Arbeit schon mal den Tag nutzen.

Noch bevor DER CHEF aus dem Haus war, hatte ich meine ersten 500 Wörter runtergeschrieben. Während Nadine noch dabei war die Tasche zu packen, erzählte ich ihr von dem, was ich geschrieben hatte. Dazu gehörte auch folgender Satz:

Als Günther Kalowski, der von allen nur deshalb Hermann genannt wurde, weil so sein verstorbener Vorgänger hieß, mit seinem Fangnetz den Schuh aus dem Wasser holen wollte, scheiterte er zum ersten Mal.

Wir waren uns in sofern einig, dass wir die Stelle für einigermaßen witzig hielten. Dann jedoch gingen die Ansichten auseinander. Ich hatte das eigentlich nur als witzig angelegt, ohne weitere Hintergedanken. Nadine dagegen fand noch etwas anderes. Niemand, so ihre Überzeugung, würde sich für den Hausmeister interessieren, denn er bekommt einfach einen anderen Namen verpasst. Mehrmals habe ich mir daraufhin die Stelle selber noch mal durchgelesen. Und tatsächlich, der Satz lässt sich so interpretieren. Mich erstaunt dabei, wie viel man als Autor unbewusst in einen Text hineinfließen lässt. Günther Kalowski ist ein Mann, denn alle anderen einfach übersehen. Alleine diese Sichtweise böte die Möglichkeit für eine ganz andere Geschichte. Dabei ist er nur eine Nebenfigur, die zufällig einen Namen hat.

Für besonders Neugierig noch ein Hinweis bezüglich des Schuhs. Hermann, ich meine natürlich Günther Kalowski, kann diesen nicht einfach so aus dem Wasser fischen, weil am Schuh noch etwas deutlich schwereres hängt. Alles weitere erfahren jedoch nur meine Testleser.

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