Das SPAM-Gespenst

Zugegeben, früher gehörte ich zu den Kindern, die Angst vor Gespenster hatte. Selbstverständlich ist mir nie ein Geist persönlich begegnet, aber die ganze Gruselbücher, die las, konnten unmöglich alle erfunden sein.

Zum Glück bin ich aus dem Alter nicht nur raus, sondern habe auch dazu gelernt. Um Bücher, die nur im entferntesten im Verdacht stehen, dem Horror-Genre anzugehören, mach ich einen großen Bogen. Dennoch befällt mich hin und wieder die Angst. Angst vor dem SPAM-Gespenster. Nein, nicht die Mails, welche man selber bekommt, sondern ganze normale E-Mails. Solche, die man selber schreibt, im Vertrauen darauf, dass sie ihr Ziel erreichen. Und dann wundert man sich, wenn sich der Empfänger nicht mehr bei einem meldet. Zunächst geht man noch davon aus, er habe noch keine Zeit für einen Antwort gefunden. Man liest noch mal das, was man geschrieben hat und prüft, ob es überhaupt einen Anlass für eine Antwort gibt. In der Zwischenzeit, noch immer keine neue E-Mail. Langsam nehmen die Zweifel zu.

„Könnte meine E-Mail unter Umständen versehentlich im SPAM gelandet sein oder hat sie aus anderen Gründen ihr Ziel gar nicht erreicht?“

In so was lässt sich wunderbar reinsteigern, bis hin zum Punkt, dass Empfänger und Sender nie wieder voneinander lesen werden, nur weil die E-Mail nie ihr Ziel erreicht hat und durch Netz geistert. Hört sich verrückt an? Gestern ist genau das wieder passiert.

Unter Outlook (das habe ich im letzten Job nutzen müssen / dürfen) gab es die Funktion der Lesebestätigung (die eigentlich eine Empfangsbestätigung war). Die war zwar nicht unumstritten, aber praktisch ist so was schon. Die Gewissheit zu haben, dass der Empfänger die E-Mail erhalten hat und das sie nicht zu einem SPAM-Geist wurde.

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