Der Mörder springt nicht

Zu Thema „Killerspiele“ wurde bereits viel gesagt. Auch ich hab meine Meinung dazu kund getan, aus eigener Erfahrung dabei hervorhebend, für wie ungefährlich ich 3D-Shooter halte.

Dazu stehe ich auch nach wie vor. Allerdings muss ich mich in einer Hinsicht korrigieren. Es gibt tatsächlich Spiele, die einem zum Amokläufer machen. Die statt Entspannung zu bringen für einen kontinuierlichen Aufbau an Aggression sorgen. Spiele, die zu einer latenten Gewaltbereitschaft führen. Oft fehlt nicht viel, und die aufgestaute negative Energie endlät sich, entzündet sich an Kleinigkeiten. Ego-Shooter sind harmlos. Der überwiegende Teil von ihnen hat eine präzise Steuerung. Wenn das Alter Ego in der Spielwelt das Zeitlich segnet, weiss man warum. Man war zu schnell, zu gierig zu unvorsichtig, während jemand aus dem gegnerischen Team einfach besser war. Da ist der Grund, warum ich Battlefield 3 bei all der Ballerei für ein entspannendes Spiel halte. Bereits nach einer halben Stunde spielen kann ich gutgelaunt wieder die Konsole ausschalten und mich mit Tatendrang auf neue Aufgaben im hier und jetzt stürzen.

Bei Spielen, die unfair, schlecht programmiert sind oder aber zur Gattung Jump´n Run gehören, sieht das anders aus. Da ist es völlig egal, wie zuckersüß die Grafik ist und wie gewaltfrei das Spiel ist. Oft gibt es nur einen einzigen richtigen Weg. Entweder schafft man den oder eben nicht. Da kann man dann schon sehr häufig „Game Over“ lesen, bis man endlich den Dreh raus, das Gamepad in den Bildschirm oder die Konsole ausgemacht hat.

Reaktion ist wichtig in Spielen. Bei Shootern ist das genau so wie bei den meisten anderen Genres. Trotzdem sind Jump´n Run anders. Sprungpassagen könnte mitunter einfach nur noch unfair sein. Eines dieser Spiel ist „Deadlight“ (XBox live Arcarde). Düsterer Hintergrund, Zombiekalypse – das war der Kaufgrund. Über weite Strecken lässt sich das Game gut spielen. Aber dann wird es von einem auf den anderen Moment dermaßen unfair. Wo man vorher frei vom Zeitdruck am idealen Sprungweg tüfteln konnte, wird man plötzlich von Hubschraubern verfolgt. Habe ich alles noch gemeistert, trotz Schaum vorm Mund. Danach ging es auch wieder etwas „leichter“ weiter. Dann saß meine Figur, wieder mal ohne alle gesammelten Waffen in einem Raum. Gefangen vom „Neuen Gesetz“. Die Tür im Raum ließ sich auftreten, dahinter dann ein Wächter, der sofort schießt. Und er hat oft geschossen, bis ich begriff. Begriff, dass mich niemand dazu zwingt, ein Spiel zu Ende zu spielen. Man sollte nur so lange spielen, wie man Spaß dran hat, selbst wenn das manchmal nur recht kurz ist. Aus diesem Grund haben DER CHEF und ich auch „The Witcher II“ wieder verkauft. Mit Sicherheit ein tolles Spiel, wurde auch gut bewertet, aber nichts für uns. Es wird nämlich schon recht am Anfang unfair. Und unfaire Spiele sorgen sowohl bei mir als auch bei Nadine für erheblichen Frust und hohe Gewaltbereitschaft. Mit Schwestern, Klempnern und anderen Figuren bin ich noch nie warm geworden. Tomb Raider begann mir erst dann zu gefallen, als es weniger Sprungpassagen gab.

Nach dem die Jump´n Run Spiele bei uns im Haushalt wieder verschwunden sind, geht es mir deutlich besser. Ausgeglichener, friedlicher fühle ich mich. Dabei muss es nicht immer ein Shooter sein. Auch Spiele wie Minecraft könnte fast schon eine meditative Wirkung haben.

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