Games to play

Die Zeit der großen Spiele ist vorbei. Auf der gamescom werden vermehrt Browserspiele und Spiele für Smartphones vorgestellt. Dazu passt meine ganz persönliche Erfahrung in den letzten Monaten.

Den Bereich PC-Spiele kann ich als Mac-User und Konsolero nicht beurteilen, aber ich denke, die Marktentwicklung bei der Xbox 360 lässt sich zumindest teilweise übertragen. Was fehlt, sind vor allem originelle Spielideen statt Fortsetzungen. Schmerzlich vermisse ich auch richtige Handelsspiele, die es auch dem PC wohl noch gibt, aber auf Mac und Konsole nicht mal mit der Lupe zu entdecken sind. Schaut man sich die Benutzerwertungen der letzten großen Spiele wie Mass Effect 3 und Diablo III an, dann ist das Echo überwiegend negativ. Im Fall von Diablo bedeutet das fast 3.000 Ein-Sterne-Bewertungen bei Amazon. Bei Mass Effect 3 wird, tödlich für ein storylastiges Rollenspiel, das Ende kritisiert – zudem sollen Rollenspielelemente nur noch in homöopathischen Dosen vorhanden sein. DER CHEF und ich haben heute erfolgreich „The Witcher II“ bei ebay versteigert, nach dem wir uns eine Woche herumgeärgert haben. Die Kritiken in der Fachpresse müssen sich auf ein anderes Spiel beziehen. Sowohl Schwierigkeitsgrad, Steuerung als auch Handlungsfreiheit waren wenig überzeugend. Eine Konkurrenz zu Skyrim stellt der Titel auf gar keinen Fall dar.

Sicher, es gibt immer noch Minecraft, was sowohl Nadine als auch ich nach wie vor mit Begeisterung spielen. Wir lieben aber auch die Abwechslung und genau die wird derzeit nicht geboten. Alternativen gibt es jedoch auch. Die einleitend bereits erwähnten Browserspiele, bei denen sich erstaunlicherweise auch echte Perlen finden lassen wie „Patrizier online„. Das ist zwar auch nur die Fortsetzung eines Offline-Titels, aber immerhin ist diese gelungen und als Browsergame auch erstmalig auf dem Mac spielbar.

Wirklich innovative Spielideen findet man dagegen auf dem iPhone (und anderen Smartphones). Die Bandbreite der Spiele deckt alle Genres ab, die Anzahl der verfügbaren Titel steigt täglich. Neu eingefunden auf meinem iPhone hat sich „Puzzle Craft“ eine Mischung aus Aufbauspiel und Puzzle. Für 79 Cent erhält man ein sSpiel mit Langzeitmotivation – ganz ohne Free to play. Auf den nächsten Bahnfahrten werde ich mit dem Spiel näher beschäftigen (und berichten).

Kommen wir aber noch mal zurück auf die einleitende Behauptung. Meiner Meinung nach nimmt die Anzahl der Gelegenheitsspieler (der sogenannten Casual Gamer) beständig zu – darunter werden auch nicht wenige sein, die vorher mehr und vor allem andere Spiele gespielt haben. Bei mir führen zwei Faktoren dazu: Zeit (die auch anders verteilt wird) und Enttäuschung über die großen Titel. Mit großem, auch finanziellen, Aufwand produzierte Titel sind noch kein Garant für Spielspaß. Insbesondere habe ich den Eindruck, dass lautstarke Vorankündigungen bei hohem Termindruck zu einer nennen wir es mal nachlässigen Programmierung führen.

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