Nürburgring

Nürburgring

Lassen wir mal einen Moment beiseite. wie bescheuert ich im Kreis fahrende Autos finde. Es gibt eine Menge Fans des Motorsports und schließlich gibt es ja auch noch „Rock am Ring“, eine Veranstaltung, die sich um Musik und nicht um Autos dreht.

Bleiben wir einfach bei den Fakten. Rheinland-Pfalz hat rund eine halbe Milliarde Euro Steuergelder für die Erhaltung des Nürburgrings ausgeben. Federführend soll laut Presseberichten Ministerpräsident Kurt Beck gewesen sein. Genosse Beck hat jetzt zwar jetzt die Verantwortung übernommen – besser macht es die Sache aber nicht. Aus meiner Sicht wäre es konsequenter, wenn er auch zurücktreten würde. Die Forderung der Opposition im Mainzer Landtag kann ich nachvollziehen.

Sich in Zeiten knapper Kassen als Retter des Rings aufzuspielen, ist kein einfacher Fehltritt, sondern zeugt eher von einer Wahrnehmungsverschiebung. Als Steuerzahler fragte man sich, warum ein Rennstrecke unbedingt vom Land betrieben werden muss. Bei öffentlichen Verkehrsmittel ist das nicht nur nachvollziehbar, sondern sonder sogar geboten. Aber eine Rennstrecke? Ein Freizeitpark?

Stellen wir uns mal vor, das Phantasialand in Brüll würde in eine finanzielle Schieflache geraten. Um die Insolvenz abzuwenden, würde der Düsseldorfer Landtag ein Rettungspaket beschließen. Ministerpräsidentin Kraft persönlich dafür stark machen, künftig den Freizeitpark durch eine dem Land gehörende Betreibergesellschaft weiterzuführen. Die Notwendigen finanziellen Mittel ließen sich durch Kürzungen in der U3 Betreuung auftreiben. Schließlich, so die Begründung, würde das Phantasialand auch für Kinder eine Bereicherung sein.

Lieber Kurt Beck, du solltest dich zumindest schämen. Zu befürchten ist das Auftauchen weiterer Details. Es ist nicht immer nur der politische Gegner, der sich wie zuletzt Stefan Kappus in Bezug auf EnBW, auf ganz dünnes Eis begeben hat und so das Vertrauen in die Politik erschütterte. Denn das ist der eigentliche Skandal bei der Nürburgring-Affäre. Nicht die 500 Millionen an versenkten Steuergeldern, sondern die Art und Weise, wie das passiert ist. Als Bürger fragt man sich, ob so mancher Politiker nicht eine Fehlbesetzung im Job ist und statt Schaden abzuwenden genau diesen anrichtet.

7 Replies to “Nürburgring”

  1. An Ihrer Aussage ist falsch, dass 500 Millionen für den Erhalte der Rennstrecke ausgegeben wurde. Nein, Beck hat um die Strecke einen völlig überdimensionierten und vollständig falsch geplanten Freizeitpark gebaut. Die Strecke, um die es geht, ist die grüne Hölle oder auch Nordschleife. Die war und ist nicht in einer finanziellen Schieflage. Nur der überflüssige Freizeitpark mit dem Eifeldorf Grünehölle bringt das hohe Defizit. Keiner hier in der Eifel wollte es, die meisten vorallem die Kenner der Eifel waren von Anfang an dagegen. Und es wären alle dagegen gewesen, wenn man gewußt hätte, dass solche Geldsauger wie Lindner/Richter den Ring ohne Ausschreibung pachten konnten.

  2. Dieser Beitrag wäre gut gewesen, wenn bei Motor-Kritik.de oder bei NürburgLeaks (facebook) recherchiert worden wäre. So wie es im Beitrag steht führt es unweigerlich zu Mißverständnissen. Das Ihnen Rock am Ring näher ist als der (Motor)-Sport ist Ihnen freigestellt. Es hätte aber durchaus zu einer guten Recherche gepasst, wenn Sie sich einer Runde mit dem Ringtaxi oder besser noch eine Mitfahrgelegenheit bei VLN-Testfahrten (immer Freitags) angetan hätten. Es hätte nicht zu Fehleinschätzung zum Kreisfahren geführt. mfg

  3. „Genosse Beck hat jetzt zwar jetzt die Verantwortung übernommen“ – was bedeutet das? Welche Konsequenzen hat das? Verantwortung ohne Konsequenzen ist leeres Gerede.

  4. @tboley
    Deine Meinung dazu ist mir schon deutlich geworden. Mir ging es um das leere Gerede von Beck. Es ist ein Leichtes, von „Verantwortung übernehmen“ zu reden und dann weiter zu machen wie bisher. Es fehlt dann nur noch der Satz: „Wir sollten uns nicht mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern die Zukunft gestalten.“

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren