Der Geruch von Feigheit

Wenn derzeit die SPD in Nordrhein-Westfalen riecht, dann liegt es nicht am Alter der Partei. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger heute berichtete, schließt die SPD-Fraktion im Landtag Nachbesserungen beim kürzlich verschärften Nichtraucherschutzgesetz nicht aus.

Es wird von Kompromissen gesprochen, was eine Schande angesichts der tödlichen Wirkung des Nikotins auch auf Passivraucher ist. Hier geht es nicht um persönliche Freiheit und Toleranz, sondern um die Bekämpfung einer Krankheit. Zum strikten Rauchverbot gibt es keine Alternative. Wer meint, das Rauchverbot sei eine Bevormundung von Rauchern, der liegt nicht falsch. Denn genau diese Bevormundung ist anscheinend nötig, um andere vor Rauchern zu schützen – und vor sich selber.

Raucher benötigen keine Kompromisse, sondern angesichts ihrer Sucherkrankung eine Therapie. Die Hartnäckigkeit, mit der immer wieder Fakten verdreht werden und das Gespenst der Intoleranz herbeizitiert wird, erschreckt. Es ist auch ein Beleg für die Uneinsichtigkeit der Raucher – wiederum wohl auch Zeichen ihrer Erkrankung.

Das es Widerstand in der SPD-Fraktion gegen ein rigoroses Rauchverbot gibt, wundert mich nicht. Schließlich gibt es auch unter den Genossen eine nicht kleine Anzahl von Rauchern, die hier um ihre eigene Interessen zu kämpfen scheinen. Es wäre ehrlich, wenn die betreffenden Personen sagen würden, dass ihnen ihre eigene Gesundheit und die ihrer Mitmenschen egal ist, solange sie ungestört dort qualmen dürfen, wo sie es für richtig halten. In dem Fall müsste nämlich der Freiheitsbegriff nicht schamlos missbraucht werden.

Kommentar verfassen