Abgesoffen

Mitte Mai schrieb ich an dieser Stelle bereits über „Die Schanz“, einen Krimi, den ich beim einpacken der Bücher im Regal gefunden hatte. Auf Grund meiner Leseerfahrungen mit dem Autoren-Trio Leenders, Bay und Leenders waren meine Erwartungen nicht besonders hoch.

In dieser Hinsicht bin ich nicht enttäuscht worden. Genau wie in „Totenacker“ wird wieder versucht, ein großes Rad zu drehen. Hinter dem Toten im Maisfeld, dessen Überreste in einer Häckselmaschine gefunden werden, steckt wieder ein weltpolitisches Thema. Um nichts Geringeres als um ein Massaker in Srebrenica geht es und die Verstrickungen der niederländischen Truppen. Man ahnt es relativ früh, was hinter dem ersten Mord steckt und gähnt, während die Autoren versuchen, die Bauern der Schanz als mögliche Verdächtige vorzuführen. Das der Täter im letzten Viertel ein ganz anderer ist, überrascht dagegen. So einen plumpen Plot hätte man nun doch nicht vermutet. Die Krönung ist dann noch ein zweiter Mord, der ein an den Haaren herbeigezogenes Motiv hat.

Den Niederrhein kenne ich ziemlich gut, nicht nur durch 20 Jahre Leben vor Ort, sondern auch durch meinen Zivildienst, der mich links- und rechtsrheinisch einiges sehen ließ. Die lokale Stimmung wird meiner Meinung nach ganz und gar nicht gut eingefangen. Die Schanz ist daher kein spannender Niederrhein-Krimi. Die Landschaft und die Personen bleiben austauschbar. Die Protagonisten wirken bemüht, bleiben aber blass. Auch in sprachlich Hinsicht kann man dem Krimi nichts abgewinnen.

An dieser Stelle würde ich den Autoren lieber empfehlen, es doch statt mit Krimis mit Kochbüchern zu versuchen. Leider habe ich zu Weihnachten „Ackermann kocht: Mörderische Rezepte vom Trio Criminale“ geschenkt bekommen. wenn das Buch sich nach dem Umzug nicht mehr wieder finden würde, wäre ich nicht traurig darum.

Fazit: Am Ende säuft das ganze Dorf ab. Macht aber nichts, denn die Spannung ist schon Seiten vorher baden gegangen. Zumindest als schlechtes Beispiel macht der Krimi eine gute Figur.

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