Einstiegsdroge Zeit

DER CHEF und ich haben es getan. Zum ersten Mal seit Jahren haben wir uns wieder eine gedruckte Ausgabe von DIE ZEIT gekauft. Ausschlaggebend war mittelbar die Reportage von Günther Wallraff im Zeit Magazin.

Diese konnte man bereits auf der Webseite von ZEIT Online lesen. Genau das aber ist für mich der springende Punkt. In den letzten Monaten habe ich immer wieder hochwertige Artikel kostenlos auf der Webseite der Wochenzeitung gelesen. Meiner Meinung nach hat die Redaktion ihre Online-Strategie vor einiger Zeit überdacht und liefert wirklich Inhalte aus, die lesenswert sind.

Das ist gute Werbung, um sich neue Zielgruppen zu erschließen und ehemalige Leser wieder für sich zu gewinnen. Zumindest im Fall von Nadine und mir hat es geholfen, da wir nicht zum letzten Mal die Printausgabe gekauft haben und nach unserem Umzug ein Abo abschließen werden.

Gegen einen moderaten Aufpreis von 40 Cent pro Ausgabe erhält man zusätzlich Zugriff auf die PDF-Ausgabe. Besonders prickelnd finde ich eine solche Zuzahlung nicht, da es auch anders geht (vgl. Kölner Stadt-Anzeiger), aber es ist immer noch besser als das, was die Süddeutsche Zeitung verlangt.

An dieser Stelle ist die Frage durchaus berechtigt, warum wir nicht direkt die Zeit digital ins Abo nehmen. Dagegen sprechen mehrere Gründe. Zum einen ist die iPad-Version eine Zumutung und nicht wirklich benutzerfreundlich. Zudem haben wir nur ein iPad. Der gedruckten Ausgabe ist es herzlich egal, wie viel Leser sie gleichzeitig hat – diese müssen sich nur einigen, wer gerade welchen Teil der Zeitung lesen kann. Dafür quält man sich dann auch gerne mit dem zusätzlichen Altpapier ab.

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