Standig Still

Standig Still

Morgen findet in Aserbaidschan der Eurovision Song Contest statt. Ein Land, welches von der Demokratie soweit entfernt ist wie Düsseldorf (dem Austragungsort im Vorjahr) von Baku.

Eigentlich wäre die richtige Haltung ein Boykott der Veranstaltung gewesen. Aber es gibt nicht wenige Künstler, die sich der Haltung der Veranstalter, dies sei ein unpolitisches musikalisches Event, nur zu gerne angeschlossen haben. Musik schießt eine politische Botschaft nicht aus.

Eine Veranstaltung wie der ESC kann meiner Meinung nach nicht unpolitisch sein. Sie findet in der Öffentlichkeit statt, gesendet und gesehen von einem Millionenpublikum. Zu glauben, dass die Machthaber in Aserbaidschan sich damit nicht ins beste Licht rücken würden und die Veranstaltung schamlos propagandistisch ausnutzen, ist gelinde gesagt naiv.

Aserbaidschan ist kein freies Land. Daran wird der ESC nichts ändern. Genauso wenig wie sich Weißrussland nicht durch die EM 2012 wandeln wird. Helfen würde dagegen ein Boykott, nicht nur beim ESC und der EM, sondern generell. Sonst können wir gleich auch wieder dahin übergehen, Blutdiamanten als unpolitisches Luxusgut zu betrachten. Unrecht bleibt Unrecht. Diktatur bleibt Diktatur. Wer mit Diktatoren ins Bett steigt, tritt die Demokratie mit Füßen.

Update: Da sieht man mal, was passieren kann, wenn man von Fußball keine Ahnung hat. Die EM findet natürlich nicht in der Weißrussland statt, sondern in Polen und der Ukraine.

2 Replies to “Standig Still”

  1. Naja, ich sehe das anders. Möchte da jetzt aber nicht diskutieren, weil in diesem Bereich jeder seine eigene Meinung haben soll und muss und an allem auch irgendwie was wahres dran ist.
    Was aber Weißrussland jetzt mit der EM2012 zu tun hat, verstehe ich gerade nicht.

    1. Ach verdammt, bezüglich Weissrussland hasst du vollkommen recht. Die findet in der Ukraine und in Polen statt. Und die Ukraine ist auch nicht unbedingt eine lupenreine Demokratie.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren