Schusters Knappen

Schusters Knappen

Vergangene Tage bracht DER CHEF freundlicherweise ein Paar Schuhe von mir, die es dringend nötig hatten, zum Schuster hier im Veedel. Als ich das fertige Ergebnis gestern Abend in Augenschein nahm, war ich alles andere als amüsiert.

Statt einer ordentlichen neuen Einlage aus Leder steckt jetzt da ein billiges Schaumstoff-Teil mit weißer Oberfläche drin. Sehr sinnvoll bei Schuhen. Die Stelle an den Fersen, wo ich immer mit meinem Fuß heran stoße, ist mit einem Kunstlederflicken überklebt und die Sohle selber – nun, wie soll ich es sagen, es sieht schlimmer aus als vorher. Statt dem Schuh einfach eine neue Sohle zu verpassen, was auch nötig gewesen wäre, wurde lediglich am Absatz etwas ausprobiert. Ordentlich sieht das meiner Meinung nach nicht aus.

Wenn ich bedenke, dass das Mephisto-Schuhe sind und nicht irgendwelche Ware vom Wühltisch – ja, ich bin ziemlich angefressen. Das nächste Paar Schuhe werde ich auf gar keinen Fall dort zur Reparatur geben. Den Schuster, den ich in Bielefeld hatte (falls hier Bielefelder noch mitlesen sollte: der am Siegfriedplatz ist ein echter Geheimtipp), wäre nie auf die Idee gekommen, so zu arbeiten. Der hatte echten Berufsethos. Reparaturen eines Schuhs führt zu einem Ergebnis, das mehr als befriedigen war. Das, was jetzt meinen Schuhen angetan wurde, wäre bei ihm nie vorgekommen.

Das Ergebnis der Reparatur sieht schlechter aus als bei Mister Minit (den ich aus guten Gründen meide) und war mindestens doppelt so teuer. Falls es jemanden unter den Leser gibt, der einen guten (und damit meine ich einen richtig guten, nicht einen guten für Kölner Verhältnisse) Schuster hier in Köln kennt, wäre ich dankbar über einen Hinweis.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren