Kaffeefahrt 2.0

Kaffeefahrt 2.0

Für mich war der 6. Gadget-Abend in Köln gestern Abend der erste, an dem ich teilgenommen habe. Daher kann ich nicht sagen, ob das Klassentreffen der Hipster, die „irgendwas mit Medien“ machen, repräsentativ ist. Gleiche Ereignisse werden von unterschiedlichen Person anders wahrgenommen.

Das als Einleitung vorweg, denn die Veranstaltung hat mich maßlos enttäuscht. Gut, ich hatte auch einen schlechten Tag, habe mich dank einer Zugverspätung ziemlich abgehetzt, um pünktlich zu sein, schließlich waren die verfügbaren Plätze alle vergeben – meine Annahme war daher, dass es voll wird.

Um 19:00 Uhr sollte es los gehen. Tatsächlich bequemte man sich dann gegen 20:20 Uhr, so langsam anzufangen. Ich finde so was extrem ärgerlich. Meine Zeit ist extrem knapp und ich verspüre wenig Lust, sie auf diese Weise zu verschwenden. Klar, ich hätte mich auch mit den anderen Teilnehmern unterhalten können. Pech nur, dass ich bis auf zwei Menschen gestern Abend niemanden kannte. Bin ja auch aus dem Hipster-Alter raus.

Der verspätete Beginn war das eine. Schlimmer fand ich die dreiminütigen Präsentation von – ja von was eigentlich? Es gab sage und schreibe genau ein Gadget, eine Vorrichtung für das iPhone, mit deren Hilfe man wackelfreie Bilder machen kann. Der Rest war wenig geschickt versteckte Werbung für Produkte. Sei es für ein Buch (das Gadget gibt es, wenn ich mich recht erinnere, schon recht lange), eine Portal für Fotografen zur Kundenkommunikation, ein Tool zum Livechat (brave immer von den jeweiligen Firmen vorgestellt) und noch ein paar andere Dinge.

Das Wunderkit nicht gefehlt hat, hat mich dabei nicht überrascht. Mal ganz ehrlich: wer „in der Szene“ einigermaßen etwas auf sich hält, hat doch bereits an der Closed Beta teilgenommen. Spätestens wenn die t3n darüber schreibt das Tool jeder Web 2.0 affine Mensch. Richtig auf den Arm genommen gefühlt habe ich mich beim Vortrag zum Thema „Solidarische Landwirtschaft“. Eine wichtiges Projekt, bla, bla, bla. Sorry, aber das war gestern Abend wirklich fehl am Platz – zumindest meiner Meinung nach. Aber ich bin ja auch kein Vollzeit-Verbraucher, sondern berufstätig.

Jeder der sich vorne präsentierte, sollte drei Hashtags zu Beginn nenne, was die Veranstaltung ein Wenig wie die Parodie eines Barcamps wirken ließ. Zur Erinnerung: die Sache mit den Hashtags dient dazu, dass sich im Plenum damit alle Teilnehmer kurz vorstellen, um so mit Leuten schneller ins Gespräch zu kommen. Man hat eine Ahnung, was sie machen. Als Zusammenfassung eines Kurzreferats ist so was unnötiger Blödsinn.

Fazit: Für mich war das eine Verkaufsveranstaltung – so eine Art Kaffeefahrt 2.0 mit jüngerem Publikum, allerdings ohne die obligatorischen Heizdecken. Die hätte ich jedoch bei diesem Wetter gerne genommen. Mein Einziges Lob für die Veranstaltung gilt dem entsprechend auch nur der Stadtbibliothek, die eine hervorragende Location zur Verfügung gestellt hat und den Mitarbeitern, die sich dafür engagiert haben.

One Reply to “Kaffeefahrt 2.0”

  1. Lieber Erstbesucher,

    vielleicht hätte es dir geholfen, vorher den Text auf dieser Website zu lesen: http://www.beta-lovr.com/
    Dort steht, (um es mal kurz zusammen zu fassen) dass jeder Besucher, ob Privatperson oder Unternehmen, aufgefordert ist, aktiv am Event mitzuwirken.
    Eine Heizdecke als dein favorisiertes Gadget, wäre also durchaus drin gewesen ;)
    Der Gadget-Abend ist kein Kinobesuch, oder Theaterbesuch. Es ist viel mehr eine Plattform für Interessierte an einem Gadget- und (siehe Website) Web 2.0-Austausch. Sieh es als „Mitbringparty“. Und wenn ich kein Getränk zur Party mit bringe, keine Lust habe, mich mit fremden Menschen zu unterhalten, ja, dann kann es schon mal langweilig werden.
    Wenn du dir den Text durchgelesen hättest, dann wüsstest du auch, dass auch du auf die Bühne hättest steigen dürfen, um uns dein cooles Gadget zu zeigen. Es liegt also vor allem auch an den Besuchern, was auf diesem Event passiert. Mal trauen sich mehr Unternehmen auf die Bühne, mal sinds mehr Privatpersonen. Normalerweise(!) ist es eine gesunde Mischung.
    BTW: „19 Uhr geht’s los“ bedeutet übersetzt so viel wie: Einlass.

    Viele Grüße

    Linda (die Organisatorin)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren