Tödliche Weihnachten (9)

„Wo haben sie denn ihren Hund gelassen?“, fragte Gröne den Staatsanwalt. Wenn Willfinger so rumlief, war er garantiert wieder mit seinem Labrador unterwegs gewesen.

„Der wartet im Wagen. Wir wollen ja nicht, dass er sich hier drinnen den Wanst voll schlägt.“

Willfinger zwinkerte Knutsen zu, der mit solcher Art Humor nichts anfangen konnte. Sein leerer Magen fing an zu rumoren.

„Wir fangen dann mal an.“ Ohne eine Antwort abzuwarten, setzte Pronten mit dem ersten Schnitt an.

Zwei eilige Gänge auf die Toilette später ähnelte die Geschichtsfarben von Knutsen der von Herrn G., der gerade wieder zugeklappt wurde.

„Die eingeatmeten Autoabgase haben bei Herrn G. zum Tod geführt.“, fasste Klebholz die Obduktion zusammen. Ein Hinweis auf giftige Substanzen oder andere Einwirkungen hatte es nicht gegeben. Sollte jemand G. umgebracht haben, dann nur unter der Prämisse, dass sich dieser nicht gewehrt hatte und freiwillig in seinem Wagen sitzen geblieben war.

„Meine Herren, mit der Erkenntnis können wir die restlichen Feiertage noch genießen.“ Für Willfinger war der Fall erledigt.

Knutsen zuckte nur mit den Schultern. Ihm war das alles egal, solange er hier rauskam und sich niemand hinter seinem Rücken lustig machen würde. Pronten schlug ihm kräftig mit der Hand auf den Rücken.

„Machen sie sich keine Vorwürfe, bei den ersten Leichen ist es immer besonders schlimm, hinterher gewöhnt man sich daran.“

„Oder auch nicht.“, ergänzte Klebholz.

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