Verdammte Blumen

Salia war nicht gegen Blumen allergisch. Aber sie hasste es, wenn am Sonntag Morgen die Türglocke des Ladens unter ihr wieder und immer wieder klingelte. Männer, die reumütig Blumen für ihre Frauen besorgten, nach dem sie die Nacht über nicht zu Hause waren.So was kannte Salia. Sie hasste die Männer. Die Blumen konnte nichts dafür. Wenn sie am Samstag Nachschicht gehabt hatte, war die Klingel schwerer zu ertragen als wenn sie bereits beim Frühstück saß.

Einfach nur aufhören, sie wollte das es einfach nur aufhörte. Wieder war es ein Samstag gewesen, der nahtlos in den Sonntag überging. Mit dicken Rändern unter den Augen kam sie zurück aus dem Altenheim. Es war windstill und viel zu warm für diese Jahreszeit. Trotzdem war ihr kalt und sie war einfach nur noch müde. Kurz vor der Haustür sah sie, wie die Blumenfrau gerade dabei war, ihren Laden aufzuschließen. Salia blieb stehen und beobachtet die Frau. Unaufmerksam und fahrig schien sie zu sein. Es war noch vor der Öffnungszeit. Sie hatte die Tür nicht hinter sich abgeschlossen, sondern war einfach so in den Laden reingegangen. Der Schlüssel steckte noch von außen. Vermutlich hatte sie den Vergessen, nur ihre Blumen im Kopf und sonst nicht. Salia zog den Schlüssel von der Tür und trat ein.

Die Blumenhändler war wohl in den Tiefen des Ladens verschwunden, denn sie hörte die Klingel nicht. Auf der anderen Seite der Tür steckte Salia den Schlüssel wieder ins Schloss und sperrte die Tür zu. Jetzt waren sie ungestört. Einfach nur zur Rede stellen wollte sie die Frau. Es war ihr einfach in den Kopf gekommen, ohne das ein Plan dahinter steckte. Während sie auf die Frau wartete, nahm sie eine Vase zur Hand. Ein hässliches Ding. So was gehörte auf den Müll und nicht in den Laden. Die Frau hinten ließ sich Zeit. Salia konnte hören, wie sie vor sich hin pfiff. Gelegentlich vernahm sie das Klacken einer Blumenschere. Mit einem Arm voller frischer Sträuße kam die Händlerin zurück in ihren Laden und stutzte.

Vor ihr stand eine Frau, die die Hände hinter den Rücken hielt. Sie fragte sich noch, wie diese Frau herein gekommen war, als dies anfing sie zu beschimpfen. Salia war außer sich. Die ganzen ruinierten Sonntage der letzten Monate kamen in ihr hoch. Mit der Hand, in der sie nicht die Vase hielt, stieß sie der Frau vor den Bauch, so dass ihr dämlichen Blumen zu Boden fielen. Die Händlerin reagierte instinktiv, bückte sich zu den Blumen. Der Hinterkopf der Frau sah einladen aus, ein Aufforderung, der Salia nur allzu gerne nachkam. Es gab ein hässliches Geräusch, als die Vase die Schädeldecke traf.

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