Das war ich nicht

Als Leser, der selber gerne schreibt, und ab und auch in diesem Blog hier Bücher, die er gelesen hat, bespricht, ist der Titel des Buches von Kristof Magnusson „Das war ich nicht“ ziemlich treffend. Als Autor ist man froh nicht für dieses Buch verantwortlich gewesen zu sein.

Die Handlung plätschert dahin wie einer dieser Tischbrunnen, die man in den ersten Wochen zu Hause noch ganz nett findet, bis man feststellt, wie sehr sie eigentlich nerven. Versuchen wir aber mal, einen kurzen Abriss der Handlung zu geben. Im Roman wird die Handlung aus der Sicht von drei Figuren vorangetrieben (wobei es teilweise nur beim Versuch bleibt, so was wie Spannung zu erzeugen). Meike Urbanski, deutsche Übersetzerin des Starautors Henry LeMarck, die aus ihrem bisherigen Leben und Hamburg aufs norddeutsche Land geflüchtet ist. Besagter Schriftsteller Henry LeMarck, der sich in einer Schaffenskrise befindet und den Roman, auf den Meike sehnsüchtig wartet, da sie das Geld für ihre Arbeit dringend braucht, nicht geschrieben hat. Un schließlich der Deutsche Jasper Lüdemann ein in Chicago arbeitender Investmentbanker. Die Schicksale der drei Figuren werden notdürftig miteinander verknüpft, oder anders gesagt: das was sie verbindet, knirscht an allen Ecken und Ende. Natürlich verspekuliert sich Lüdemann beim Versuch, einem Kollegen zu helfen. Das LeMarck als Inspirationsquelle entdeckt, sich als schwuler Künstler ein Stück weit in ihn verliebt und ihm sein ganzes Vermögen anvertraut, ist auch vorhersehbar. Urbanski, die ihr letzte Geld drauf verwendet, das nicht existieren Manuskript in Chicago selber abzuholen, trifft auf die beiden anderen. Nach dem Zusammenbruch von Lüdemanns Arbeitgeber, an dem er nicht ganz schuldlos ist, treffen alle drei in Deutschland wieder aufeinander – in dem heruntergekommen Haus der Übersetzerin. Statt das Ende in der Schweb zu lassen, sorgt Magnusson für ein zuckersüßes kitschtriefendes Ende.

Das der Roman keinen rechten Unterhaltunsgwert hat, liegt nicht nur an den stereotypischen Figure oder der dürftigen Handlung, sonder vor allem auch dran, dass es Magnusson anscheinend am erzählerischen Talent mangelt. Drei Figuren. Drei mal erzählt aus der Ich-Perspektive. Dabei klingen alle Figuren gleich. Sie unterschieden sich in keiner Weise voneinander.

Was man dem Roman allerdings zu gute halten muss: er vermag es bei aller Oberflächlichkeit ein Stück weit zu unterhalten. Er ist somit nicht schlechter als ein Kino-Abend mit einem anspruchfreien Hollywood-Film. Popkornliteratur. Unterhaltungsfastfood ohne größeren Nährwert. Manchmal kann einem als Leser so was sogar Spaß machen.

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