Textilausbeutung

Textilausbeutung

Mich überrascht es immer wieder, dass Menschen in Deutschland überrascht sind, wenn sie in der Zeitung, so wie heute im Kölner Stadt-Anzeiger, lesen, unter welchen Bedingungen für Firmen wie H&M die Textilien produziert werden.

Das zum Beispiel irgendwo in Kambodscha Arbeiterinnen 14 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche unter mangelhaften Sicherheitsbedingungen für einen Hungerlohn arbeiten, dürfte jedem auch ohne einen Bericht darüber klar sein. Alles andere wäre einfach nur blauäugig. Wie, so sollte man sich nämlich fragen, kann ein Unternehmen sonst hierzulande T-Shirts für unter fünf Euro anbieten?

Es ist wie in allen Bereichen. Wenn etwas günstig, viel zu günstig, angeboten wird, muss jemand anders den Preis dafür bezahlen. Das gilt eben nicht nur für Lebensmittel, wo Massentierhaltung und Panschereien für Schlagzeilen sorgen, sondern eben auch im Textilbereich.

Was aber auch nicht verschwiegen werden sollte: auch teure Markenprodukte sind noch kein Garant dafür, dass die Ware fair hergestellt wurde. So geriet in den letzten Monaten auch Apple immer wieder in Schlagzeilen, weil die Herstellung der Produkte in China im Gegensatz zu dem Image steht, was Apple pflegt.

Als Konsumenten hätten wird die Wahl, vor jedem Kauf nachzufragen, wo unter unter welchen Bedingungen ein Produkt hergestellt wird. Wir könnten die Unternehmen so lange nerven, bis sie ihre gesamte Produktions- und Vertriebskette transparent kommunizieren.

Das Qualität, fairer Handel und ein guter Preis für den Endverbraucher möglich ist, zeigt seit einigen Jahren schon die Teekampagne. Dort kann man 1 Kilo Bio-Darjeeling für 26 Euro kaufen. Wie der Preis dafür zustande kommt, wird dabei auch offengelegt.

Bei anderen Produkten müsste so was prinzipiell auch möglich sein. Solange aber die Profitmaximierung das höchste Ziel ist, gibt es zwei Verlierer. Den Arbeiter am einen Ende und den Kunden am anderen. Denn, und das sollte man auch bedenken, billige T-Shirts können durchaus mit Stoffen belastet sein, die uns im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen.

4 Replies to “Textilausbeutung”

  1. Wie?
    Apple steht im Schein *nicht* un-ausbeutungsfrei zu produzieren?

    Lieber Herr Wildbit, bitte nehmen Sie diesen Beitrag aus dem Netz! Ansonsten schlägt in wenigen Minuten der Blitz ein, der unsere Welt von den Ungläubigen zu befreien hat!

  2. Ich frage mich auch immer, wie blauäugig man sein kann – irgendwoher muss ein günstiger Preis kommen und dass dann die Qualität nicht die beste ist, sollte der logische Verstand nachvollziehen können.

    Aber solange man die Geiz-ist-geil-Mentalität pflegt, ist das eben so.

    Nur bitte dann nicht wundern, wenn Nahrungsmittel verseucht sind …

    1. Was mich auch immer im Bereich der Lebensmittel wundert: wenn es einen dieser Skandale gibt, ändern die Leute kurzfristig ihr Verhalten, nur um später, wenn ein paar Monate ins Land gezogen sind, wieder zu ihren normalen Einkaufsgewohnheiten zurück zu kehren.

  3. Ich habe auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich bei H&M und so einkaufe. Aber andererseits kann man ja sonst gar nichts mehr kaufen. ich kann mir Designersachen halt nicht leisten. :-(

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren