Brauchtumspflege

Es gibt immer einen guten Grund. Wenn ich mich mich bei nächster Gelegenheit sinnlos besaufen sollte und währenddessen beziehungsweise am nächsten Tag darauf angesprochen werde, dann habe ich einen guten Grund als Erklärung. Mit dem Genuss von reichlichen Mengen Alkohols betreibe ich Brauchtumspflege.

Schließlich besaufen sich Menschen schon deutlich länger als 150 Jahre ganz ohne lächerliche grüne Uniform. Un wenn ich mich so in Köln umschauen, dann besteht in Bezug auf das Besaufen auch keine Nachwuchssorge. Ganz anders sieht es bei den Schützenvereinen aus. Sollte die eines nicht so fernen Tages wirklich verschwunden sein, mach eich mir eine gute Flasche Wein auf und werden ihnen keinen Träne nachweinen.

Für mich sind die paramilitärisch anmutenden Bürgervereine etwas, was sich längst überholt. Der Bericht heute im Kölner Stadt-Anzeiger hat mich etwas verwundert, dachte ich doch bisher, dass Schützenvereinen ein überwiegend ländliches Phänomen sind. Mein Bild von Schützen ist daher auch geprägt von Bauern in Uniform, die ein Bisschen in die Luft schießen nur um sich anschließend die Kante zu geben (wie es so schön heisst). Wenn ich als Jugendlicher Schützen gesehen habe, dann standen die für etwas, wie ich niemals werden. Eiche rustikal.

Im Zusammenhang mit dem Schießsport stelle ich mir auch die Frage, ob man das so genannte „Brauchtum“ auch anders denken könnte? Was wäre, wenn die besten Counter-Strike Spieler eines Viertels Sonntags nach der Kirche einen Umzug durch den Stadtteil machen würde? Für viele klingt das absurd. Ich für meinen Teil würde vermutlich am Straßenrand stehen und winken.

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