Hässliche Enten

Als langjähriger Mac-User hat man sich daran gewöhnt, Programme vor allem in hübsch zu haben. Da nimmt man dann auch mal gerne bei der Funktionsvielfalt Abstriche in Kauf. Seit letzten Dezember besitze ich einen eBook-Reader von Sony.

Die hauseigene Software sieht nicht nur furchtbar aus, sondern ist für die Verwaltung von Büchern wenig hilfreich. Daher hatte ich mir schon vor Zeiten Ehon gekauft. Für die Verwaltung der Bücher nett, sieht auch gut aus. Das Problem bei Ehon ist allerdings nach wie vor (abgesehen mal von ausbleiben Updates), dass ich damit zwar meine eBooks verwalten, sie aber nicht auf das Lesegerät übertragen kann (iTunes arbeitet nur mit Apple-Geräten zusammen, aber das sollte mittlerweile niemanden mehr wundern). Ich muss also die Bücher, die ich lesen wollte, über die Sony-Software übertragen, was zudem vorher erforderte, die Bücher auch noch mal dorthin zu kopieren. Das ist genauso umständlich, wie es sich anhört. Bisher konnte ich damit aber recht gut leben. Aus mir nicht erklärlichen Gründe ist es aber in letzter Zeit häufiger vorgekommen, dass Bücher nicht mehr auffindbar waren (nur noch deren Daten in Ehon) und einige sich nicht anzeigen ließen, ob wohl es reguläre eBooks waren.

Gestern ist mir dann der Kragen geplatzt. Das Gefühl, Daten zu verlieren, mag ich nicht – überhaupt nicht. Hässlich hin oder her, ich war kurz davor, ausschließlich nur noch die Reader-Software von Sony zu verwenden. Die hat derzeit aber einen ziemlichen Pferdefuß, zumindest dann, wenn man Mac OS Lion bereits installiert hat oder es (wie ich) bald vorhat. Der Treiber der Software, der für die Anbindung an das Gerät via USB zuständig ist, läuft nur im 32-Bit Modus. Dumm bei einem Betriebssystem, das auf 64-Bit Basis arbeitet. Man kann in Lion beim Neustart (durch drücken der tasten 3 und 2) den 32-Bit-Modus erzwingen. Aber nur um ein paar Bücher zu übertragen, den Rechner neu zu starten, ist mir doch etwas zu umständlich.

Natürlich gibt es eine Alternative, ein Programm, dass alle meine Probleme auf einen Schlag löst. Die sieht aber von der graphischen Oberfläche grausam aus. Wirklich grausam. Trotzdem scheint es derzeit nichts besseres als calibre zu geben.

Auch wenn das Programm alles andere als intuitive zu bedienen ist, hat sich der Umstieg für mich gelohnt. Ich brauch nur noch ein Programm, das selbstverständlich auch mit dem Reader kommunizieren kann (selbstverständlich auch unter Lion). Daneben ist ein Mini-Server in calibre eingebaut, mit dem man im lokalen Netz seine Bibliothek zur Verfügung stellen kann. Der Zugriff erfolgt dann entweder per Webbrowser, oder, ganz geschickt, auf dem iPhone mit Stanza. So lassen sich bequem auf das Smartphone Bücher aus dem bestand laden.

Mit calibre hat man sicher keinen Schwan vor sich, aber ein ausgereiftes Werkzeug, das fast keine Wünsche über lässt – manchmal ist die Funktion doch besser als die reine Optik.

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