Ohne Ferdinand

Sie konnte sich noch an den Tag erinnern, als sie Ferdinand begegnet war. Auf ihrem Fahrrad radelte sie von der Arbeit nach Hause. Er war allein unterwegs. Wolken zogen auf, ein Sommerregen ließ sie beide nass werden. Ohne lange zu überlegen, nahm sie ihn mit in ihre Wohnung, rieb ihn erstmal trocken.

Hungrig sah er aus, ganz abgemagert. Das Essen, welches sie ihm vorsetzet hatte, schlang er nur so herunter. Eine Woche, zwei Wochen vergingen. Er blieb bei ihr. Sie wurden unzertrennlich. Dem ersten guten Jahr folgte ein zweites, dann weitere.

Er gab sich mit wenig zu Frieden, in seinen Augen lass sie seine Dankbarkeit ab. So hätte es weiter gehen können, aber die Zeit nahm auf ihre Wünsche keine Rücksicht. Als sie es erfuhr, was anderen feierten, konnte sie es erst nicht glauben, wollte es nicht glauben. Das sollte es jetzt gewesen sein? Alles vorbei? Es war, als ob ihr das Schicksal erneut ins Gesicht lachen würde. Völlig umsonst, alles bisher war völlig umsonst gewesen.

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