Allways online

Mein letzter Urlaubstag neigt sich dem Ende entgegen. Montag wieder das normale Programm – das normale Programm? Beruflich ja, aber ein paar Dinge werde ich wohl etwas anders angehen. Ich habe zum ersten Mal bewusst auf einige Online-Aktivitäten verzichtet.

Twitter fast vollständig links liegen gelassen, bei Facebook und Google+ nur die Blogeinträge hinterlassen und auch keine E-Mails aus dem Büro gelesen. Im Gegensatz so sonst hat das zu einer wirklichen Erholung geführt. Man muss nicht immer online sein, man muss nicht alles wissen. Die Angst, etwas zu verpassen, wird sonst zu einem Dämon, der einen nicht mehr los lässt.

Wie ertränken uns in einem Strom von Informationen, ständig sind wir auf dem Sprung, versuchen, auf jede eingehende E-Mail sofort zu reagieren. Was uns das bringt? Nur noch mehr Stress, noch mehr Ärger. Früher als es noch kein Privatfernsehen gab, habe ich wie viele andere aus meiner Generation „Löwenzahn“ mit Peter Lustig gesehen. Am Ende jeder Folge kam dann ein Satz, der eigentlich undenkbar war. Peter Lustig forderte die Kinder auf, den Fernseher jetzt abzuschalten. Bewusstes Fernsehen. Eine Sendung und dann ist genug.

Wir fleißigen Bienen im Internet, wir Web 2.irgendwas Worker, wann schalten wir eigentlich ab? Allways online, allways on. Können wir noch abschalten? Was die ganze Zeit läuft, brennt irgendwann durch. Die zwei Wochen Urlaub haben mir gezeigt, wie hochtourig ich in den letzten Monaten gelaufen bin. Nicht gut, gar nicht gut. Ich denke, es macht auch über den Urlaub hinaus Sinn, sich zeit einzuräumen, wo man anschaltet, um selber abschalten zu können. An meinem Mobiltelefon gibt es einen Schalter, den ich viel zu selten benutzt habe. Das wird sich künftig ändern.

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