Schwein gehabt

Bei den Schlagzeilen der letzten Tagen wundert einen eigentlich nicht mehr viel. Das eine höhere Besteuerung für Gutverdienenden wieder vom Tisch ist, war absehbar. „Schwein gehabt“, werden sich die Besserverdienenden gedacht haben, die von sich selber meinen, sie hätten besseres als dieses Steuersystem verdient.

Für die, die weniger bis gar nichts haben, kann es ruhig Schweinabfälle geben, Hauptsache man hat selber seine Schäfchen im Trockenen. Wer die steuerlichen Entlastungen gegenfinazieren muss, ist auch schon klar. Die Städte und Gemeinden werden es sein, die mit Einsparungen reagieren werden. Einsparungen, die wieder diejenigen treffen werden, die wenig Geld haben. Wer sich in den nächsten Monaten über eine kümmerliche Steuererleichterung freut, sollte das im Kopf haben, wenn beim nächsten Mal ins städtische Schwimmbad will und vor verschlossenen Türen steht.

Man sollte sich auch so seine Gedanken machen, wenn die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen es den Bürgern als Erfolg verkauf, dass das dritte Kindergartenjahr jetzt kostenlos ist. Das dritte Jahr. Pech für die Familien, die nicht mal Geld fürs erste haben. Arme Schweine.

Moment, dass ist auch wieder verkehrt. Denn im Gegensatz zu manchen Menschen geht es den Schweinen, wenn man dem Bericht aus der Süddeutschen Zeitung glauben kann, gar nicht so schlecht. Damit es dem Schwein im Stall nicht langweilig wird, gibt es „Spielketten und Bälle für den Stall. Beim lesen des Artikel musst man mehrfach aufs Datum schauen. Die Ausgabe war tatsächlich vom 1. August und nicht vom 1. April. Spielzeug für Schwein, damit diese sich wohlfühlen und glücklich sind. Gut, am Ende wird das Schwein geschlachtet, zu Wurst verarbeitet und in sich selber hinein gestopft. Bis dahin wird viel dafür getan, dass das Tier es gut hat.

Wie sind dann mal gespannt, wann es die ersten Relaxmassagen und Wellnesswochenden für Schwein gibt. „Urlaub auf dem Bauernhof“ bekommt da eine ganz andere Bedeutung.

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