Die Sache mit Ferdinand

Sie konnte sich noch an den Tag erinnern, als sie Ferdinand begegnet war. Auf ihrem Fahrrad radelte sie von der Arbeit nach Hause. Er war allein unterwegs. Wolken zogen auf, ein Sommerregen ließ sie beide nass werden. Ohne lange zu überlegen, nahm sie ihn mit in ihre Wohnung, rieb ihn erstmal trocken. Hungrig sah er aus, ganz abgemagert. Das Essen, welches sie ihm vorsetzet hatte, schlang er nur so herunter.

Eine Woche, zwei Wochen vergingen. Sie wurden unzertrennlich. Dem ersten guten Jahr folgte ein zweites. Er gab sich mit wenig zu Frieden, in seinen Augen lass sie Dankbarkeit ab.

Es war nicht leicht, sich von Ferdinand zu trennen. Sie war sich sicher, das er was geahnt hat. Diesen Blick würde sie nie vergessen. Natürlich hat er was geahnt. Ersticken, erwürgen, so was wäre ihr nicht möglich gewesen. Aber ein Essen, ein schönes aber tödliches Essen, das war genau das Richtige. Nur wie an Gift kommen, um es unter das Essen zu mischen. Aus der Mülltonne fische sie alte Medikamente, irgendwas, es würde schon funktionieren, dachte sie. Aber roch es lehnte das Essen ab, entging noch mal dem Schicksal, das sie für ihn vorbestimmt hatte. Dann war da wieder dieser Blick, der ihr sagte „Warum tust du das, was ist mit meine Essen?“ Sie selber war verzweifelt, sehr verzweifelt. Es wäre doch so leicht gewesen, für sie und für ihn, wenn er nur gegessen hätte. So aber blieb nur der harte Weg über. Vors Auto stoße würde nicht funktionieren.

Kommentar verfassen