Der kleine Wurf

Kurz vor den Sommerferien wurde von der rot-grünen NRW-Landesregierung zusammen mit der CDU in Düsseldorf ein Schulkonsens erzielt. Damit soll die Qualität der Schulen steigen, wie es heißt. Wer genau hinschaut, wird in dem Konsens aber nur Halbherzigkeit erkennen.

Neben den bisherigen weiterführenden Schulformen, bestehen aus Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschule – zusätzlich gibt es noch Berufskollegs und ähnliches – soll es künftig die Sekundarschule geben. Also keine Reform der bestehende Schullandschaft, sondern ein Anbau, der erstmal keinem, vor allem nicht dem Philologenverband, wehtut. Merkmal der Sekundarstufe soll folgendes sein:

Die Sekundarschule umfasst die Jahrgänge 5-10, wobei in den Jahrgängen 5 und 6 gemeinsam gelernt wird. Sie kann anschließend bis zur 10. Klasse integrativ, teilintegrativ oder kooperativ weitergeführt werden …
Quelle: Kurzfassung der Leitlinien zum „Schulpolitischen Konsens für NRW“ der NRW SPD

Ob und in welcher Form ab der 7. Klasse nach Leistungsstärke der Schüler differenziert wird, entscheidet der Schulträger, als in der Regel die Kommunen.

Wieder werden sinnlose Kompromisse auf Kosten der Schülerinnen und Schüler geschlossen. Wieder einmal werde gesicherter pädagogische Erkenntnisse zu Gunsten von Klientelpolitik geopfert. Statt eine sechsjährige Grundschule einzuführen oder die bestehenden Schulen grundlegend neu zu denken wir eine geistige Totgeburt als Erfolg verkauft. Das hat nichts mit Qualität zu tun. Nach einem Jahr Regierungsverantwortung hat die rot-grüne Landesregierung gezeigt, wie wenig Mut sie zu richtungsweisenden Reformen hat. Wer immer seine Stimme in der Hoffnung auf Änderung abgegeben hat, kann, nein muss enttäuscht sein.

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