Alte Ängste

Alte Ängste

Explosion im Atomkraftwerk. Japan, weit weg?. Strahlung kennt keine Grenzen, sollten wir wissen. Bei mir sind sie zurück, die Ängste vor dem Gau.

Lange verdrängt. Das Geschwätz der Atomkraftbefürworter habe ich nie geglaubt. Aber ich habe irgendwann einfach resigniert aufgegeben. Als dann mit der rot-grünen Regierungszeit ein Hoffnungsschimmer der Vernunft zu sehen war, zählte ich die Tage bis zur Endgültigen Abschaltung aller AKWs in Deutschland. Dann kam Merkel. Und wieder wurde es dunkel in Deutschland. Von einer so genannte Brückentechnologie wurde gesprochen, als man sich von der Atom-Lobby freiwillig über den Tisch ziehen ließ.

Wut war da. Aber keine Angst. Alt aber sicher, waren die Kraftwerke in Deutschland, oder? Dieses „oder“. Das Restrisiko. Wir haben uns selbst getäuscht, wollten nicht daran erinnert werden an das, was wir doch schon so lange wussten. Nicht ist sicher. Die Bilder aus Japan im Kopf. Noch unklar, was da brennt. Strahlung tritt aus? Tritt da Strahlung aus? Schweigen. Mal wieder. Die Bevölkerung, die Menschen, belügen. Ist alles Routinen, machen sie jeden Tag.

Die Angst, dass nie was begriffen wird. Das die Konsequenzen wieder ausbleiben, die Schönreder die Oberhand gewinnen. Schon bald ein anderes Tagesthema, nur das Sushi schmeckt irgendwie komisch. Die Angst, wieder im Keller, verschlossen.

5 Replies to “Alte Ängste”

  1. Diese Angst sollten wir beibehalten, uns nicht einlullen lassen, nicht wieder den sanften, angeblich günstigen Übergang hinnehmen. Tschernobyl war dichter dran, näher, bedrückender und nicht zu leugnen. Ich weiß noch, wie verunsichert wir waren und wie sich doch wieder die Normalität eingeschlichen hat. Wie können wir den Gedanken an die Gefahr lebendig halten, ohne weitere Katastrophen?

    Solveig

    1. Indem wir uns gegen Atomkraft engagieren. Spätestens bei der nächsten Wahl sollten wir berücksichtigen, wer für die Atomkraft eintritt, oder?

  2. Komisch, dass sich das Volk einig ist, und nur unsere Regierung an der Laufzeitverlängerung festhalten will. Wenn man das Geschwafel hört, kann einem nur schlecht werden!

  3. Ein sofortiger Atomausstieg wäre wirklich die einzige sinnvolle Antwort in Deutschland auf das, was in Japan passiert ist und immer noch passiert. @Solveig: die Eidesformel der „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“ ist vermutlich nicht ernst gemeint bei Politikern.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren