Geiselnahme durch GDL

Für Arbeitnehmer, die mittels Streik ihre Interessen versuchen durchzusetzen, gibt es durchaus Verständnis in Deutschland. Für das allerdings, was die GDL wieder veranstaltet, wohl kaum.


Es ließe sich noch nachvollziehen, wenn keine Züge fahren würden. Fair wäre es auch, wenn aus den elektronischen Zuglaufinformationen hervorgehen würde, was genau bestreikt wird. So wie ich es aber heute erlebt habe, ist es kein Streik, sondern eine Geiselnahme. Zwar hatte ich noch Glück, dass die S-Bahn, mit der ich vom Hansaring zum Kölner Hauptbahnhof fahren wollte einfach nur nicht weiter fuhr. So konnte ich nach dem klar war, das nichts mehr geht einfach wieder aussteigen und nach Hause gehen. Dieses Glück hatten aber nicht alle Fahrgäste, denn die S-Bahn wurde nicht am Hanasring eingesetzt, sondern viele Stadtionen davor. Unterwegs hat sie fleißig Fahrgäste eingesammelt, die dann am Hanasring gestrandet waren. Einfach so entführt. Liebe GDL, so nicht!

Diese Gewerkschaft, man müsste eigentlich von „Interessenvertretung“ sprechen, ist bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallen mit ihren Forderungen. Anlass des Streiks diesmal war etwas, was sich nur als absurd bezeichnen lässt. Die Lokführer sind bi der Bahn (vormals Deutsche Bundesbahn) nicht unzufrieden mit ihrem Gehalt. Ihnen geht es nicht um mehr Geld, sondern um einen Flächentarifvertrag, so dass auch ihre Kollegen bei den Privatbahnen gleichgestellt werden. Also sind die Privatbahnen die Bösen und die Bahn die Gute. Dafür wird dann die Bahn bestreikt, um bei die Privatbahnen zu einem Flächentarifvertrag zu zwingen. Aha. Muss man das verstehen?

Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), bittet die Pendler um Verständnis. Da kann er lange bitten. Den für ein solches Verhalten kann es kein Verständnis geben.

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