FDP im Abwind

FDP im Abwind

Laut Aussage des amtierenden Vorsitzend der Richtung-unter-drei-Prozent-Partei werden Liberalen kämpfen, „weil Deutschland etwas besseres verdient hat”. Wenn man Guido Westerwelle das so meint, wie er sagt, dann müsste sich die FDP umgehen auflösen, eben weil diese Land etwas besseres verdient hat.

Wir alle wissen aber, das der Bundesaußenminister nicht nur manchmal was anderes meint, als er tatsächlich sagt. Zum Glück ist es diesmal nicht ganz so schwer, die Bedeutung zu erkennen. Mit „weil Deutschland etwas besseres verdient hat ” meint Westerwelle eigentlich, das Deutschland Besserverdienende hat, für die die FDP kämpfen wir. Wesentlich schwieriger ist es jedoch, seine Aussage zu verstehen, dass Wirtschaftswachstum, geringere Arbeitslosigkeit, Verbesserungen für Familien und die Aussetzung der Wehrpflicht Verdienste der FDP seien. Die meisten Bundesbürger werden das wohl als Verdienst des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg betrachten. Bei allen anderen angeblichen Verdiensten ist davon auszugehen, dass sich diese trotz FDP ergeben haben. Vieles von dem, was sich die Liberalen auf ihre Fahne schreiben, sind Auswirkungen der schwarz-roten Politik.

Das die FDP ihr Dreikönigstreffen im Stuttgarter Staatstheater abhielt, ist auch bezeichnen. Die Partei spielt nur Politik. Der Oberkasper sollte allerdings aufpassen, das er nicht von den Krokodilen in der eigenen Partei gefressen wird, denn in der zweiten Reihe warten sie nur darauf, dass Westerwelle stürzt. Deswegen besteht auch für Figuren wie Christian Lindern keine Notwendigkeit, eine Palastrevolution anzuzetteln. Spätestens dann, wenn die anstehenden Wahlen für die FDP so katastrophal ausfallen wie derzeit prognostiziert wird, wird Westerwelle von alleine gegangen werden. Aus dem wie die Süddeutsche Zeitung schreibt „routinierten Wahlkämpfer” wird dann ein „ruinierter Wahlkämpfer” geworden sein.

One Reply to “FDP im Abwind”

  1. Ich kann ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen warum die Partei mit solch selbstmörderischen Disziplin, das einem politischen Harakiri gleichkommt am Außenminister Westerwelle festhält.
    Die Serie von Wahlniederlagen gehen doch wesentlich auf sein Konto. Was muß denn noch passieren damit die Partei einen Neuanfang wagt und endlich den Aufschneider und großspurige Trompeter Westerwelle entlässt ? Was hat dieser Mann der Partei eigentlich noch zu geben außer ein schlecht Image und seine Auftritte als Außenminister bei der von wirklicher souveräner Führung nichts zu spüren ist.
    Wenn sich der Vorstand nicht endlich entschließt das Trauerspiel mit Westerwelle zu beenden, dann wird es wohl auf absehbare Zeit keine FDP mehr auf landes- wie auf Bundesebene mehr geben. Und die Partei hat sich selber als überflüssig im Pateienspektrum geoutet. Die Unfähigkeit der FDP sich zu erneuern indem man ein paar Köpfe rollen läßt und dann diese durch ein paar neue jüngere Gesichter ersetzt hat sich gezeigt. Die Umfrageergebnisse für die FDP sind nach wie vor im Tief und daran wird sich auch nichts ändern solange die Inhalte die gleichen bleiben und solange die Wahlversprechen wie Steuererleichterungen nur Mundpropaganda und großspurige Ankündigungen bleiben. Bei der politischen Schwäche der FDP ist es ohnehin äußerst unwahrscheinlich, daß sie ihre Wahlversprechen auch tatsächlich umsetzen können.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren