Dinner for two

Es ist bei Nadine und mir nicht „The same procedure as every year”, dass wir Silvester, so wie dieses Jahr alleine feiern. An Möglichkeiten und Einladungen hat es nicht gefehlt, sondern es war eine bewusste Entscheidung. Ausnahmslos jeden Jahreswechsel, den wir mit zusammen mit anderen gefeiert haben, führt innerhalb der nächsten zwölf Monate zu Katastrophen.

Entweder haben sich die Paar getrennt, sich scheiden lassen oder es ist jemand der Anwesenden gestorben. Das macht nicht viel Lust darauf, Silvester mit Menschen zu verbringen, die man gerne hat. Zu groß die Angst, sie in einem Jahr nicht mehr wieder sehen zu können. In ein paar Stunden wir es daher hoffentlich ganz ruhig und möglichst ohne laute Nachbarn (ich bin mir da noch nicht so sicher, ob die wirklich ruhig bleiben) gemütlich ins neue Jahr gehen. Ein Fondue für zwei Personen, etwas Prosecco zum stoßen um Null Uhr und dann mal sehen, was uns an Feuerwerk geboten wird. Den phänomenalen Ausblick wie in Bielefeld auf das, was andere abfackeln, haben wir leider nicht mehr – wobei das eines der wenigen Dinge ist, die ich seit dem Umzug vermisse.

Jahresrückblicke liegen mir nicht. Mein Blick ist immer nach vorne gerichtet, statt auf den hinter mir liegenden Scherbenhaufen. Trotzdem ein paar Worte zu den letzen Monaten. Für Nadine und mich hat sich im Vergleich zum Vorjahr einiges, zum teil erhebliches geändert. Wir sind nach Köln umgezogen, Nadine hat eine Stelle als Lehrerin an einem Gymnasium angetreten und ich habe es endlich geschafft, meinen ersten Roman zu schreiben. Auch wenn sich für ihn keiner interessiert, mir bedeutet er eine Menge, steht er doch für eines der Dinge, die ich mir im Leben als Ziel gesetzt habe (das ist so eine Sache wie mit dem Baum pflanzen, Haus bauen usw.).

Blicken wir nach vorne. Das kommende Jahr wird mindestens genauso spannend wie das alte werden, davon bin ich überzeugt. Auch wenn ich morgen wieder ein Stück älter sein werde, so fühle ich zumindest noch deutlich jünger. Fest vorgenommen haben Nadine und ich uns für 2011 im Sommer Urlaub zu machen. Am besten drei Wochen ausspannen, erholen, irgendwo auf einer Nordseeinsel. Gebrauchen könnten wir das schon jetzt.

Bevor ich gleich den Hefeteig aufsetze für die selbstgemachten Baguettes, das Fleisch klein schneide, da wir es immer extra am Stück kaufen und schließlich noch mit Nadine ein paar Luftschlangen aufhängen werde, muss ich nur noch auf diesen Knopf oben rechts drücken, auf dem „Publizieren” steht. Dann ist er zu lesen, der letzte Beitrag des Jahres von mir in diesem Blog. Wir sehen uns dann auf der anderen Seite. Allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und ein frohes Neues Jahr!

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