Ihr Kinderlein kommet

Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’! – solches wird wohl Frau von der Leyen durch den Kopf gegangen sein, als unter ihrer Federführung beschlossen wurde, künftig für die Empfängerinnen von Hartz IV die Koste für die Antibabypille nicht mehr zu übernehmen.

Wer arm ist, hat künftig drei Möglichkeiten. Enthaltsamkeit, sich die Verhütung vom Mund absparen oder aber einfach Kinder in die Welt setzen. Die Haltung der Bundesarbeitsministerin mag sicher die katholische Kirche erfreuen, verständlich ist sie allerdings nicht. Wer ganz rational an die Thematik herantritt könnte sich sogar zu der Aussage verleiten lassen, dass der Beschluss ökonomischer Unfug ist. Die Anzahl der ungewollten Schwangerschaften nimmt nicht nur dadurch zu, sondern auch die Anzahl der potentiellen Hartz IV Empfänger – Stichwort vererbet Armut. Als letzen Ausweg bleibt den Betroffenen noch eine Abtreibung, die aber nicht der Bund, sondern die Länder zahlen. Für Frau von der Leyen mag sich das im Eta positiv bemerkbar machen, menschlich, gar christlich ist das jedoch nicht.

Kommen wir aber noch mal zurück zum Anfang, zum kirchlichen Weihnachtslied aus dem 18. Jahrhundert. Heute, am 24. Dezember 2010 begehen wird das Weihnachtsfest. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich daher gesegnete und besinnliche Feiertage. Wer noch einen Wunsch frei hat auf seinem Zettel, kann sich für nächstes Jahr Neuwahlen auf Bundesebenen wünschen. Dank der nunmehr Drei-Prozent-FDP ist das auch nicht ganz so unrealistisch, wie es klingt.

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