10.

Reliquienhandel

Schiere Verzweiflung erfasste Schwester Agens trotz ihrer bald 89 Jahre immer wieder. In all den Jahren, die sie bisher im Kloster verbracht hatte, war es ihr nicht gelungen, das Stigma abzuschütteln. Dabei waren es keine Wundmale Christi, sondern das Stigma der Unkenntnis. weiterlesen »

9.

Ausgrabungen

Ursprünglich waren die Grabungen in Insula 43 innerhalb der nächsten Jahre nicht mehr vorgesehen. Die Luftbildaufnahmen des am oberen Rand liegendes Quartiers der Siedlung waren wenig vielversprechend. Durch den Fund mehrere Tontafeln in unterschiedlichen Quartieren und auch im Tempelbereich änderte sich die Sachlage jedoch gegen Ende des letztes Jahres. weiterlesen »

8.

Schuld und Sühne

Auf der Bettkante des Hotelbetts sitzend, hielt er eines dieser Magazine in der Hand. Zu diesem Zeitpunkt wusste Gofrey Rodenkirchen noch nicht, dass es sein letzter Abend sein würde. Das er überhaupt wieder im Hotel übernachten musste, hatte Rodenkirchen seiner vererbten Nachtblindheit zu verdanken. weiterlesen »

7.

Ein Königreich für ein Pferd

Gerade als er wieder von der Uhr hochblickte, fuhr ein Wagen an ihm vorbei. Im taubenblauen Polo saß , wie unschwer an der Uniform zu erkennen war, ein Polizist. Für einen kurzen Moment hatte er den Eindruck, dass sein Herz vor Schreck stehen bleiben würde. Dann war das Auto an ihm vorbei gefahren, ohne jedoch wie er befürchtet hatte, anzuhalten. Vielleicht würde der Polizist zuerst zu Kirche fahren, um mit dem Küster zu sprechen. weiterlesen »

6.

Kühe wollen

Seine immer noch sehr rüstige Mutter stand an der Tür und hielt ihm die Thermoskanne hin. Wiedermal hatte er seinen Kaffee wohl vergessen. Obwohl Stollmann bereits Anfang 50 Jahr, störte ihn das nicht, dass sich seine Mutter so um ihn kümmerte. Warum auch, er kannte es nicht anders. Sie war die Frau die einzige Frau in seinem bisherigen Leben. weiterlesen »

5.

Kater ohne Frühstück

Das Aufwachen war fürchterlich. Schon wieder schallte es aus seiner Manteltasche “Großer Gott wir loben Dich”. Tellmann stöhnte und öffnete langsam seine verklebten Augen. Keine gute Idee. Das Tageslicht trieb ihm Nadelspitzen direkt in den Kopf hinein. Statt nach loben war ihm eher zum fluchen zu mute. Er schloss die Augen wieder. Wieder dieses Telefon.
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4.

Raus aus Ginderich

Jan Küster liebte seinen Beruf. Der vor ihm stehende Mann Ende zwanzig war eindeutig kein Pilgerer, was nicht weiter schlimm, denn St. Mariä Himmelfahrt war nicht nur Wahlfahrtsort, sondern stand allen offen. Nur heute wäre es lieber gewesen, keine Besucher zu haben. Noch immer plagte ihn eine Hartnäckige Erkältung. Pfarrer Tellmann war heute morgen nicht aufzufinden. weiterlesen »

3.

Soweit die Füße tragen

Anscheinend war er nicht gesehen worden. Sicherheitshalber wartete er trotzdem noch etwas hinter den Hagebuttensträucher. Vorwurfsvoll starrten ihm die Reifen an. Hier würde sie niemand finden, was wohl auch beabsichtigt war. Das Auto, zu dem er keine passenden Schlüssel hatte, befand sich dagegen immer noch gut sichtbar auf dem Feldweg. Nicht gut, gar nicht gut. Von hier aus hätte er ohne Probleme noch mal zurück laufen können. weiterlesen »

2.

Tote Spuren

Fassungslos stand Kriminalkommissar Küppers vor der Leiche. Einen solch brutalen Mord hatte es hier in der Gegend noch nie gegeben. Eigentlich hatte es hier noch gar keinen Mord gegeben, abgesehen vielleicht von dem an Frau Vanek. Wobei dieser nicht richtig zählte, denn jeder in Ginderich hatte Verständnis für ihren Mann, der jetzt als glücklicher Witwe seine Rente im Gefängnis verbrachte.
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1.

Gummi am Morgen

Kopfweiden waren typisch für die Landschaft am Niederrhein. Weniger typisch war es, das unter einer, die am alten Rheinarm stand, ein zusammengesunkener Körper am Stamm lehnte. Lange, bevor der Nebel aufzog, waren die Hände längst schon klamm gewesen. Wenn man die Augen etwas zusammenkniff, seinen Knopf nach rechts drehte und auf das Gesicht schaute, hätte man denken können, das da nur jemand schläft. Der Eindruck verschwand bei normalen Blick jedoch sofort wieder.
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