Hilft helfen wirklich?

Am vergangenen Samstag stand im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung ein Artikel mit der provokanten Überschrift „Grauen aus der Gießkanne. Alex Rühle, Redakteur der SZ und zuletzt durch seinen Selbsterfahrungsbericht „Ohne Netz – Mein halbes Jahr offline” aufgefallen, setzte sich mit den Thesen von Peter Gill auseinander.

Gill vertritt, grob zusammengefasst, die These, dass Veranstaltungen wie Live Aid schädlicher Unsinn sind. Den Menschen wird dadurch nicht wirklich geholfen. So führte die Unterstützung von Live Aid in Äthiopien dazu, dass der Diktator Mengistu Haile Mariam gestützt wurde und ein menschenvernichtendes Umsiedlungsprogramm auch noch unter dem Deckmantel der Hilfe durchführen konnte.

Hilfsleistungen, abgesehen von Hilfe im Katastrophenfall, führen letztendlich, so die These, die Länder noch weiter in die Abhängigkeit. Dazu passt auch ein anderen Bericht von letzter Woche, wonach nicht wenige Länder in Afrika unter den EU-Subventionen leiden. Dadurch, dass zum Beispiel Milch aus europäischen Ländern billiger ist als die von Bauern im Land produzierte, lohnt sich für diese nicht mehr die Landwirtschaft. Ein perverser Kreislauf. Durch Steuergelder werden europäische Agrarprodukte so günstig, dass sie die heimischen Märkte in den so genannten Entwicklungsländern zerstören. Zum Ausgleich dafür wird dann wiederum mit Steuergeldern „Entwicklungshilfe” betrieben, die die Menschen nicht aus ihrer Abhängigkeit befreit.

Es gibt ein sehr treffendes chinesisches Sprichwort:

Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern

Personen wie Bob Geldof sollten sich diesen zu Herzen nehmen. Das Gegenteil von gut gemacht ist bekanntlich gut gemeint. Live Aid, so wie es Peter Gill sieht, ist gut gemeint.

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