Frankfurter Buchmesse 2010

Mit etwas über einer Stunde Fahrzeit (ICE) ist Frankfurt quasi einen Katzensprung von Köln entfernt. Für mich als gefühlten Autor lag es also nahe, dort auch mal die jährlich stattfindende Buchmesse zu besuchen. Ich hatte ja keine Ahnung.

Fangen wir mal mit dem positiven an, aber das kannte ich bereits. Der Frankfurter Bahnhof gefällt mir sehr gut, was wohl auch dran liegt, dass ich Bahnhöfe im alten Stiel, dazu auch noch Kopfbahnhöfe klasse finde. Sie vermitteln einem noch das Gefühl, was es bedeutet, zu reisen. Der Fußweg zum Messegelände war zwar schlecht ausgeschildert (ich bin etwas verwöhnt von der ziemlich guten Beschilderung in Köln), aber man musste im Grunde nur den verkleideten Teenagern und jungen Erwachsenen folgen, die auf dem Weg zur einer Manga-Veranstaltung auf der Buchmesse zu sein schienen.

An Messen bin ich ja schon so einiges gewohnt. Neu war mir aber, dass man nach der Eintrittskontrolle sehr lange brauchte, bis man zur ersten Halle gelangte, in der sich auch tatsächlich Aussteller befanden. Man kann ja über Essen sagen was man will (und ich lästere ja so ziemlich darüber), aber die Spielemesse in Essen ist dagegen wesentlich besser, da man sofort an den Ständen ist. Auch in anderer Hinsicht gefällt mir die Spielmesse besser. Die allermeisten Spiele kann man ausprobieren, in die Hand nehmen, und wenn man mag auch kaufen. Gerade das ausprobieren ist das, was man im Handel oder online, wo zunehmet der Verkauf von Brettspielen stattfindet nicht kann.

In Frankfurt konnte man die Bücher alle anlesen, nur macht das in dem Gedränge wenig Spaß. Ich verbinde mit Bücher vor allem Ruhe und Langsamkeit. Beides gab es auf der Buchmesse nicht. Es ging, so schien mir, vor allem um die Ware Buch. In der Hinsicht hatte ich mir etwas mehr erhofft. Jeder Besuch einer Buchhandlung bringt mir persönlich mehr als der Besuch der Messe.

Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt, denn man konnte an einem Stand der Thalia-Buchandlung deren E-Book Reader oyo ausprobieren.

oyo


Mich hat das Gerät ziemlich überzeugt. Zu einem unschlagbaren Preis von 139 Euro bekommt man ziemlich viel geboten: Touchdisplay, WLAn und besonders wichtig, epub als eines der unterstützten Formate. Da ich den Reader leider nicht gewonnen habe, gibt es jetzt zumindest etwas, was ich mir vom CHEF zu Weihnachten wünschen kann.

DER CHEF hat unerwartet auch von der Messe profitiert, denn dort waren alle namenhaften Schulbuchverlage präsent. Als Nicht-ganz-Lehrer finde ich so was zwar auch interessant, aber mich haut die geballte Ladung Didaktik nicht mehr um.

Schulb�cher


Für mich wirklich spannenden war der Vortrag über die Plattform neoboosk.com, ein Projekt des Verlags Droemer Knaur. Im Gegensatz zu anderen Plattformen, wo man als angehender Autor seine Texte hochladen kann, steht dahinter tatsächlich ein angesehener Verlag. Das ist zwar längst keine Garantie dafür, sich irgendwann mal gedruckt zu sehen, überzeugt mich aber mehr als andere Projekte.

neobooks.com


Überzeugende Argumente lieferte dabei nicht Tanja Kinkel, sondern die Idee an sich. Um nur online meine Texte zur Verfügung zu stellen, reicht mein Blog. Um billig gedruckt zu werden, kann ich diverse Angebote im Netzt nutzen, da ist so was wie EPIDU nicht notwendig. Deren Bücher, mit Verlaub, wirkten auf mich sehr billig. Aber das Gefühlt zu haben, dass ein Droemer Knaur auf der Plattform nach Überfliegern Ausschau hält, überzeugt mich. Entweder von einem echten, klassischen Verlag gedruckt werden oder gar nicht, ist meine Meinung. Hoffnungen mach ich mir da nicht, aber manchmal kommt es eben wirklich nur auf das Gefühl an.

Von der Unzahl an Bücher gab es überings eins, was mich total gefesselt hat: Jüdische Gauchos. Eine Erzählung über die Anfänge der jüdischen Kolonien Argentiniens.

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