Greifer

Armin Frosch, Fischereibiologe, steht am Strand des Kurheims auf Sizilien. Noch liegt die Therapie, die ihn von seiner Sucht nach Ordnung heilen soll, vor ihm.

Wie ein Statist in der Geisterbahn wird er sich fühlen, wenn es los geht. Bisher ist er immer gegen den Strom geschwommen. Doch mit zunehmenden Alter und fehlendem Training fühlt er sich wie ausgeballert.

Irgendwie hat er das alles nicht gewollt. Die nächsten vier Wochen sollten ihn wieder aufbauen.

Stunden später versucht ein Schlichter, ihn wieder in die Gruppe zu integrieren. Fördern und fordern, war der Leitspruch der Sitzung. Im Moment wollte Frosch nur befördern. Und zwar den Seminarleiter zum Fenster hinaus.

Sollten die vier Wochen irgendwann mal vorbei sei, würde er eine zuverlässige Kritik bei einem dieser Online-Portale hinterlassen. Vielleicht sollte er ein Buch schreiben. Preisverdächtig waren seine Erlebnisse bestimmt.

Weitere Stunden, die Frosch vorkamen, als würde er in einem Tunnel fest sitzen, vergingen. Zumindest war das Abendessen ganz passabel. Gebratene Tauben. Na, die würden nie mehr fliegen, dachte Frosch.

Wie befruchtet ging Armin Frosch zu Bett, in einem Zimmer, dass ihm wie das vorletzte Loch vorkam. Bevor er einschlief, um von um Raketen tanzenden Islamisten zu träumen, schwor er sich Großmann anzurufen. Der würde ihn, so sein Kalkül, umgehend hier rausholen. Das da die Mafia nicht mitspielte, wusste Frosch an diesem Abend noch nicht. Während er fest schlief, schickte sie weiter ihre Greifer aus.

Kommentar verfassen